In Gadebusch ist der erste Spatenstich für ein neues Polizeirevier erfolgt. Rund elf Millionen Euro fließen in den Neubau, der in der Ratzeburger Chaussee entsteht. Fünf weitere baugleiche Objekte nach dem Modell „Heringsdorf“ sollen in Ueckermünde, Bad Doberan, Sassnitz und Friedland gebaut werden. In Waren und Güstrow sind aufgrund gesonderter Anforderungen individuelle Neubauten geplant.
Finanzierung aus Bundes-Sondervermögen
Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Heiko Geue (SPD) erfolgt die Finanzierung aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ des Bundes. Hieraus werden rund 95 Millionen Euro in sieben moderne Polizeidienststellen investiert.
„Rund 90 Prozent der Auftragssumme gehen an Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Geue in Gadebusch. Dadurch werde auch der Effekt erreicht, dass die Wertschöpfung hier im Land bleibe und die regionale Bauwirtschaft gefördert werde.
Signal der Wertschätzung
Für die Polizisten sei die Investition ein starkes Signal, betonte Innenminister Christian Pegel (SPD). Es sei ein Zeichen der Wertschätzung: „In Gadebusch entsteht ein Neubau, der moderne und funktionale Arbeitsbedingungen bietet und den wachsenden Anforderungen gerecht wird.“
Das Gebäude orientiert sich am bewährten Modell „Heringsdorf“, das von der Staatlichen Bau- und Liegenschaftsverwaltung entworfen und für das neue Bauprogramm „Sieben auf einen Streich“ weiterentwickelt wurde. Die standardisierte Planung verkürzt nach Angaben des Ministeriums die Planungs- und Bauzeiten erheblich und ermöglicht eine effiziente Umsetzung mehrerer Bauvorhaben.
Klimafreundliche Technik
Der Neubau wird über eine Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage sowie energieeffiziente Gebäudetechnik für einen wirtschaftlichen und klimafreundlichen Betrieb verfügen. Das Gebäude unterschreitet zudem die gesetzlichen Anforderungen an den Primärenergiebedarf deutlich.
Voraussichtlich im Frühjahr 2029 soll das neue Polizeirevier fertig sein und bezogen werden. Mit Blick auf das jetzige Dienstgebäude in der Fritz-Reuter-Straße sagte Pegel: „Wir muten den Kollegen da Bedingungen zu, die jederzeit einen 1960er-Jahre-Film zulassen würden, ohne dass Requisiteure benötigt werden.“ Das Gebäude ist mehr als 60 Jahre alt.
Wunschstandort der Polizei
Nach Angaben von Karsten Blockus, Leiter des Gadebuscher Polizeireviers, wird das neue Dienstgebäude am Wunschstandort errichtet: „Wir erhalten eine direkte Anbindung an die Stadt, können schnell im Zentrum und bei allen Bürgern der Stadt Gadebusch sein.“ Er gehe auch davon aus, dass durch die Nähe zu den zukünftigen Einkaufsmärkten Bürger eher, schneller und leichter den Kontakt zur Polizei suchen werden.
Ein weiterer wesentlicher Punkt sei die künftige direkte Anbindung an die Gadebuscher Umgehungsstraße. Karsten Blockus: „Dadurch können wir schnell in Richtung Ratzeburg, Rehna, Lützow oder Schwerin unterwegs sein. Wir erhoffen uns dadurch kürzere Wege und dass wir schneller vor Ort sein können.“