Der Bambusflötenchor „Die Fischböckli“ aus Güstrow und Schaffhausen tritt am Freitag um 18 Uhr in der Güstrower Pfarrkirche auf. Das Konzert bildet den Abschluss einer Konzertreise, die die Schweizer Gäste und die Güstrower Musiker gemeinsam unternehmen.
Gemeinsames Musizieren seit 2018
Seit Montag sind die beiden Chöre wieder vereint. „Es ist der dritte Besuch der Schweizer bei uns. Wir waren zweimal in Schaffhausen“, erzählt Birgit Schaub, die den Güstrower Chor leitet. Wenn beide Chöre zusammen spielen, treten sie als „Die Fischböckli“ auf – ein Name, der die „Fische“ aus dem Norden und die „Böcklis“ aus den Bergen verbindet. Diesmal musizieren zehn Schweizer und 22 Güstrower gemeinsam.
Die Freundschaft besteht seit 2018. Sie entstand, weil Anna Idone, die Leiterin des Schweizer Chores, eine Fortbildung von Birgit Schaub in der Schweiz besuchte. Begeistert von der Idee, gründete sie in Schaffhausen ebenfalls einen Chor, der nach Zahlen spielt.
Konzertreise führt nach Ludwigslust, Schwerin und Dänemark
Die Konzertreise führte den Chor bereits in die Stiftskirche nach Ludwigslust sowie in den Dom und die Schlosskirche in Schwerin. Ein besonderer Auftritt steht im dänischen Gedser an. „Die Schweizer lieben die Ostsee. In Warnemünde waren wir schon. Dieses Mal sollte es eine kleine Fähr-Kreuzfahrt mit einem Konzert in der Gedser Kirke sein“, erläutert Birgit Schaub die Idee zur Reise.
Tradition der Bambusflöte in Güstrow
Die Bambusflötenbewegung, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, hat ihre Wurzeln in Güstrow. Charlotte Schulz gründete 1942 den Chor „Dennoch“, um Kindern ohne Notenkenntnisse und ohne Geld das Musizieren zu ermöglichen. Bis zu ihrem Tod 1991 führte sie die Tradition fort. Viele der heutigen Mitglieder, die zwischen 50 und 90 Jahre alt sind, kamen als Kinder zur Bambusflöte.
Die Flöten werden selbst gebaut, in verschiedenen Größen und Farben: Blau für Sopran, Rot für Alt, Grün für Tenor und Schwarz oder Rot für Bass. Birgit Schaub ist ausgebildete Bambusflötenlehrerin und -bauerin. „Ich kannte es nicht. Für mich war es faszinierend, dass man mit selbstgebauten Flöten so schöne Musik machen kann“, sagt sie.
Ältestes Mitglied ist 90 Jahre alt
Eva Czymay ist mit 90 Jahren das älteste Chormitglied und seit 1942 dabei. 2026 konzentriert sich der Chor auf alte und neue Abendlieder aus verschiedenen Ländern, unter anderem von Bach und Dowland. Einige davon werden beim Abschlusskonzert in Güstrow erklingen.