Nach 41 Jahren im Schuldienst, davon rund 33 als Schulleiter, ist für Bernd Weimer die Zeit an der Eldetalschule Domsühl beendet. Kurz nach den Herbstferien wurde der gebürtige Brandenburger am Donnerstag von Kollegen, Wegbegleitern und seiner Familie verabschiedet.
Zehn Bildungsminister erlebt
„Zehn Bildungsminister habe ich in meiner Zeit im Schuldienst erlebt: Von Margot Honecker bis Simone Oldenburg“, sagte Weimer in seiner Rede. Dabei stellte er seine Gäste und Kollegen einander vor. „Schließlich soll jeder wissen, wer wer ist“, so Weimer.
Zum letzten Schultag waren das Kollegium der Grundschule und der regionalen Schule gekommen, die gemeinsam unter dem Dach der Eldetalschule unterrichten. In Grußworten von Schulrat David Bielefeld, dem ehemaligen Bürgermeister von Domsühl Hans-Werner Beck sowie Amtsvorsteher und Schulleiterkollege aus Matzlow Sebastian Fynnau wurde sein Engagement für die Schule und die Schüler gewürdigt.
Zwei Steckenpferde
„Am meisten freue ich mich darauf, den Tag so zu beginnen, wie die Jahreszeit es hergibt“, sagt Weimer. Mehr Zeit mit Familie und Freunden steht an. „Meine Tochter hat eine Gärtnerei, da bin ich dann bestimmt auch anzutreffen“, so der angehende Ruheständler. Das Gärtnern sei eines der beiden Steckenpferde, das Lehrerdasein das andere. „Mein Vater war nie Lehrer, sondern Gartenbauingenieur, aber er fand Lehrer ganz toll“, scherzt er. Seine Mutter war Lehrerin. „Dass beide hier dabei sein können, freut mich ganz besonders“, sagt Weimer gerührt.
Musikalische Überraschung
Das Team der Eldetalschule ließ sich für den Abschied etwas Besonderes einfallen: Mit einem eigens komponierten Song dankten sie ihrem Schulleiter. Während das Lied lief, verließen nach und nach einige Lehrer den Empfang und bereiteten die nächste Überraschung vor. In einem Nebenraum mit Büfett erwarteten sie Weimer als Chor mit Keyboard-Begleitung und sangen zwei Lieder.
„Ich habe schon gemerkt, dass die Kollegen etwas im Schilde führen“, sagt er und lacht. „Ich bin ab und an in Situationen hineingeplatzt, in denen die Kollegen dann versucht haben, sich nichts anmerken zu lassen. Aber damit habe ich nicht gerechnet. Das ist eine so schöne Wertschätzung.“
Übergang mit drei Stunden pro Woche
Am Dienstag übernimmt Janin Schünemann die Schulleitung. Die bisherige stellvertretende Schulleiterin betont: „Für uns alle hier ist heute kein trauriger Tag. Es ist ein schöner Moment. Weil wir Herrn Weimer seinen Ruhestand sehr gönnen. Außerdem bleibt er uns ja noch etwas erhalten.“ Weimer wird zunächst drei Stunden pro Woche an der Schule bleiben, um den Übergang abzufedern.
„Für mich ist es eine Herzensaufgabe, die Schulleitung zu übernehmen“, sagt Schünemann. „Hier in Domsühl war die Schulleitung noch ein Job für nur eine Person. Und das wird auch nie so sein. Die Eldetalschule ist so ein lebens- und liebenswerter Ort. Es macht einfach Freude, hier zu sein“, so die angehende Schulleiterin. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe. Und mit Jenny Krüger als stellvertretende Schulleiterin und Bernd Weimer als mein Vorgänger sowie dem tollen Team im Rücken können wir die Schule gemeinsam in die Zukunft führen.“