Hauptzufahrt in Tutow wird ab September voll gesperrt
Hauptzufahrt in Tutow ab September voll gesperrt

Die Grunderneuerung der Friedenstraße in Tutow beginnt am 28. September. Die Hauptzufahrt von der B110 ins Zentrum wird dafür abschnittsweise voll gesperrt. Rund 500 Meter Straße werden bis voraussichtlich Mai 2027 erneuert, der erste Bauabschnitt kostet rund 1,23 Millionen Euro.

Straße aus den 1930er-Jahren wird grundlegend saniert

Die Friedenstraße stammt wie viele Wege in Tutow aus den 1930er-Jahren, als die Siedlung als ziviles Anhängsel zum neu gebauten Stützpunkt für die Luftwaffe entstand. Seither gab es an den Fahrbahnen, meist aus Beton gegossen, nur oberflächliche Arbeiten. Der dünne Bitumenüberzug, den die Kommune 1997 aufbringen ließ, ist längst verschlissen und an vielen Stellen komplett abgefahren. Der alte Untergrund reißt auf und verschiebt sich teils.

Die Gemeinde sparte für das Projekt Eigenmittel in siebenstelliger Höhe an, da keine Fördermöglichkeiten bestanden. Mit dem Baubeginn wartete sie, bis die Sanierung der B110 vor der Haustür abgeschlossen war. Während der Vollsperrungen der Bundesstraße wählten viele Kraftfahrer eine Route durch das Dorf, was ein Vielfaches der sonstigen Belastung bedeutete.

Bauarbeiten bis 3,50 Meter Tiefe

Bei einer Einwohnerversammlung im Gemeindezentrum „Weiße Schule“ informierten Bürgermeister Holger Schultz, die Planungsfirma Teetz, das Bauunternehmen Koch und die GKU über das Vorhaben. Gut 50 Bürger kamen. Die GKU will die Gelegenheit nutzen, um das teilweise im Untergrund existierende Chaos zu beenden – von der Trinkwasserverteilung bis zur Abwasserentsorgung. Viele Rohre und Schächte stammen ebenfalls aus den 1930er-Jahren und entsprechen nicht mehr heutigen Anforderungen, wie André Schönerstedt-Jankowski, Leiter der Betriebsstelle Demmin, erklärte.

Die Bauleute gehen bis zu 3,5 Meter in die Tiefe. Für die Fahrbahn wird ein neuer Unterbau geschüttet, obenauf kommt Schwarzdecke. Die Fahrbahn verliert mit rund 6,75 Metern Breite nur wenig von ihren alten Ausmaßen. Die Gehwege zu beiden Seiten werden etwas erweitert, messen 1,55 Meter und erhalten eine Rechteck-Betonsteinpflasterung.

Parknischen und Bäume für Verkehrsberuhigung

Die Planung sieht insgesamt sechs unterschiedlich lange Parknischen vor, die zwölf Stellplätze bieten – mal für ein Auto, an anderer Stelle für vier. Diese Flächen werden wie die übrige Fahrbahn asphaltiert und mit Markierungen gekennzeichnet. In Fahrtrichtung bekommt jede Parknische einen Baum vorgesetzt – als Schutz und Element zur Begrünung. Diese „Inseln“ sollen eine Verkehrsberuhigung bewirken und wechseln mehrmals die Seiten. Eine weitere mit zwei Bäumen und ohne Parkplatz entsteht an der Einmündung des vom Erlenweg kommenden Verbindungswegs. An den Engstellen bleibt mit 4,75 Metern Fahrbahnbreite Platz für zwei normale Autos, betonte Planer Steffen Teetz.

Bei der Beleuchtung kann die Gemeinde sparen: Die vorhandenen relativ neuen Masten mit LED-Köpfen werden eingelagert und später wieder aufgestellt. Die Lichtpunkte werden entsprechend einer angepassten Berechnung neu gesetzt.

Vollsperrung in Abschnitten

Die Erneuerung der Friedenstraße ist in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt umfasst rund 255 Meter von der innerörtlichen Hauptkreuzung mit dem Platz des Friedens und der Dammstraße bis zur Hausnummer 10. Mit Baubeginn am 28. September erfolgt am Knotenpunkt für etwa vier bis sechs Wochen eine Vollsperrung. Die Friedensstraße selbst wird ebenfalls komplett gesperrt, Anwohner können sie aber auf eigene Gefahr befahren.

Die weiteren Arbeiten setzen sich abschnittsweise in Richtung B110 fort, in zirka 50 Meter weiten Schritten. Innerhalb dieser Zone sind die Grundstücke dann jeweils nicht per Fahrzeug erreichbar. Zumindest soll immer eine Gehwegseite nutzbar bleiben. Die Verantwortlichen sicherten zu, die Anwohner rechtzeitig über alle Einschränkungen zu informieren. Zudem kann jeder bei den wöchentlichen Bauberatungen vorbeischauen.

Die Fertigstellung ist auf Mai 2027 terminiert. Wann es mit der anderen Hälfte der Friedenstraße weitergeht, ist unklar. Bürgermeister Schultz gab das Ziel aus, möglichst noch im nächsten Sommer damit zu starten.