Das Müritz-Klinikum in Waren baut eine Geriatrische Rehabilitation auf. Noch in diesem Jahr sollen zunächst 30 Plätze an den Start gehen, wie André Schabacker, Geschäftsführer der Campus-Formate bei Mediclin, ankündigt. Später ist eine Erweiterung auf bis zu 90 Plätze vorgesehen. Das Angebot richtet sich an ältere Menschen, die nach einer Operation, einem Schlaganfall oder einer schweren Erkrankung Unterstützung benötigen, um wieder selbstständig zu Hause leben zu können.
Campus-Modell mit guten Erfahrungen
Die Idee zum geriatrischen Schwerpunkt entstand aus guten Erfahrungen mit einem Neuro-Campus an anderen Standorten, an dem Patienten nach Schlaganfällen ihre Selbstständigkeit zurückerlangen. In Mecklenburg-Vorpommern schlage die Demografie voll zu, so Schabacker, der den wachsenden Anteil älterer Menschen mit entsprechenden Krankheitsbildern betont. Wohnortnahe Angebote seien wichtig, um das vertraute Umfeld einbeziehen zu können.
Andere Krankenhäuser der Region bieten ebenfalls geriatrische Versorgung: Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg hat seit 1999 ein Zentrum Geriatrischer Rehabilitation. Das DRK-Krankenhaus Neustrelitz und das Krankenhaus Altentreptow bieten geriatrische Komplexbehandlungen. Das Kreiskrankenhaus Demmin hat seine Geriatrie von 20 auf 30 Plätze erweitert und setzt speziell ausgebildete Pflegekräfte ein.
Einzugsgebiet und integriertes Konzept
Für das neue Angebot in Waren wird ein Einzugsbereich in der Müritzregion bis nach Plau am See und Parchim veranschlagt. Ziel ist es, dass Patienten möglichst lange im vertrauten Zuhause zurechtkommen. Die Reha soll bei Senioren vor der Pflegebedürftigkeit oder einem Umzug ins Pflegeheim bewahren.
Als besonderen Vorzug beschreibt Schabacker das integrierte Konzept in Verbindung mit dem Akut-Krankenhaus: Funktionsdiagnostik, Labor, Apotheke und Speiseversorgung können mitgenutzt werden, ebenso das medizinische Konsil. Die Auslastung des Müritz-Klinikums mit rund 200 Betten ist seit Corona-Zeiten zurückgegangen, sodass der Gebäudekomplex die Möglichkeit bietet, Bereiche für Reha-Patienten umzugestalten, ohne neu bauen zu müssen.
Personal und Ausbauplanung
Für die personelle Ausstattung ist Schabacker zuversichtlich, auch wegen guter Nachfrage bei den bisherigen Bewerbertagen. Das Konzept sektorübergreifender Versorgung sei bei Fachkräften gefragt. Die Reha biete mehr Zeit für die Patienten, die über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Das neue Angebot gebe dem Klinik-Standort Waren mehr Gewicht, betont Schabacker, der ein alterstraumatologisches Exzellenzzentrum anstrebt. Was noch in diesem Jahr mit 30 Plätzen und etwa 20 Beschäftigten beginne, soll 2027 in zwei weiteren Phasen zunächst auf die doppelte, letztlich die dreifache Kapazität wachsen. Am 20. und 21. August finden weitere Bewerbertage statt, für die sich Interessenten auf www.mediclin-karriere.de/arbeiten-im-mediclin-campus-waren anmelden können.