Region Sternberg: Gehälter liegen deutlich unter Bundesdurchschnitt
Region Sternberg: Gehälter unter Bundesdurchschnitt

Vollzeitbeschäftigte in den Regionen Sternberg, Brüel, Warin und Neukloster verdienen im bundesweiten Vergleich deutlich weniger. Um mehr als 600 Euro liegen die Gehälter der Beschäftigten in der Sternberger-Seenlandschaft und Neukloster-Warin unter dem Lohn-Mittel in der Bundesrepublik, wie aus einer Daten-Auswertung des Magazins „Die Zeit“ hervorgeht.

Lohnschere zwischen Nachbargemeinden

Aktuell 3.463 Euro beträgt das monatliche Bruttogehalt laut Zeit-Bericht für Bewohner in der Sternberger Seenlandschaft (Ludwigslust-Parchim), die sozialversicherungspflichtig angestellt und in Vollzeit arbeiten. Beschäftigte in Neukloster-Warin (Nordwestmecklenburg) beziehen mit 3.619 Euro demnach zwar etwas höhere Monatsgehälter. Bei einem mittleren Lohn in Deutschland von 4.227 Euro im Monat ist das aber immer noch ein Unterschied von 608 Euro. In der Seenlandschaft beträgt die Differenz sogar 764 Euro.

Lohnvergleich für Vollbeschäftigte

Für den Lohnvergleich wurden von dem Magazin spezielle Gehaltsdaten der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet, und zwar für Vollzeitbeschäftigte an ihrem Wohnsitz und nicht am Arbeitsort. Somit könne besser dargestellt werden, wie viel die Menschen in der unmittelbaren Umgebung einer Kommune verdienen, und nicht, wie wirtschaftlich stark eine bestimmte Region ist, schreiben die Journalisten zur Auswertungsmethode.

Die Gehälter im Raum Sternberg sind den Berechnungen zufolge seit 2002 um knapp 25 Prozent gestiegen. Für Neukloster-Warin wurde sogar ein inflationsbereinigtes Lohn-Plus von 32 Prozent ermittelt. Schaut man auf die jeweiligen Landkreise, dann verdienen die Beschäftigten in der Sternberger Seenlandschaft etwa zwei Prozent weniger als in anderen Teilen von Ludwigslust-Parchim (3.510 Euro). In Neukloster-Warin liegen die Gehälter knapp 100 Euro unter dem mittleren Monatsgehalt in Nordwestmecklenburg von 3.722 Euro.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld inklusive

Enthalten sind in den Lohnangaben der Bundesagentur auch Sonderzahlungen wie Boni, Urlaubs- und Weihnachtsgelder sowie sämtliche Zulagen und Abfindungen.

Berechnet wird bei der Entgeltstatistik aber nicht der klassische Durchschnitt, bei dem hohe oder niedrige Gehälter das Ergebnis dabei stark verzerren könnten. Stattdessen wird ein Wert gebildet, der die finanzielle Mitte abbildet: Eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Gehalt darunter, der Verdienst der anderen Hälfte liegt darüber (Median-Gehalt). Das mittlere Monatsgehalt spiegelt besser wider, was Beschäftigte tatsächlich auf dem Lohnzettel haben.

Typische Sommerdelle im Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt in der Region Ludwigslust-Parchim verzeichnete zuletzt eine Sommerdelle: Die Zahl der Arbeitslosen stieg saisonbedingt im Juli leicht an. Nach Angaben der Agentur für Arbeit waren im Berichtsmonat 6.578 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind zwar 322 weniger als im Juli des vergangenen Jahres, gegenüber Juni nahm die Zahl jedoch um 114 Personen zu. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,9 auf 6,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie dennoch weiterhin um 0,3 Prozentpunkte niedriger.

Im Landkreis Nordwestmecklenburg waren 5.536 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 108 mehr als im Juli des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,5 auf 6,7 Prozent.

Experten führen den Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Juli vor allem auf einen Effekt zurück: Nach dem Ende des Schul- und Ausbildungsjahres melden sich viele junge Menschen zunächst arbeitslos, bevor sie eine Ausbildung, ein Studium oder eine Beschäftigung aufnehmen.