Der Neubrandenburger Rentner Alfred Reinke hat eine Initiative gestartet, um den Ruf des gesamten Reitbahnviertels zu verbessern. Unterstützung erhält er von seinem Freund Fesjü Er, dem Inhaber des Grillhauses Nr. 1 in der Traberallee. Reinke hat mittlerweile die Rolle des Sprechers im Grillhaus übernommen.
Ehrenamtliches Engagement
„Ich bin Rentner und ich engagiere mich“, betont er und ergänzt mit Blick auf das gesamte Reitbahnviertel: „Wir werden hier was tun.“ Das Ganze macht er laut eigener Aussage ehrenamtlich und ohne, dass er selbst davon finanziell profitiert.
Die Bürgerinitiative „Leben am Reitbahnweg“ beschreibt das Viertel auf ihrer Internetseite als einen „sozialen Brennpunkt in Neubrandenburg“. Rund 4300 Menschen lebten dort laut dem Statistischen Jahrbuch der Stadt Ende 2024, die Arbeitslosenquote ist zwischen 2021 und 2024 von 19,5 Prozent auf 26,2 Prozent gestiegen – Höchstwert in Neubrandenburg.
Unverständnis über schlechten Ruf
Dass das Viertel keinen guten Ruf hat, kann Alfred Reinke nicht nachvollziehen. „Ich verstehe nicht, wie man zu diesem Wohngebiet Ghetto sagen kann“, sagt er. Der Rentner lebt seit über 50 Jahren in der Vier-Tore-Stadt, gebürtig kommt er aus Strasburg (Uckermark).
Das Grillhaus, das in der gesamten Stadt einen guten Ruf habe, soll nun mithelfen, auch den Ruf des Wohngebiets zu verbessern. „Wir haben hier eine gute Stammkundschaft und ich fühle mich wohl“, betont Alfred Reinke, der vor vier Jahren erstmals den Imbiss besuchte und seitdem Stammgast ist.
Veranstaltung am 19. September
Geplant sind unter anderem Veranstaltungen im Grillhaus. So steht beispielsweise am 19. September eine Tanz- und Musikveranstaltung an, bei der Interessierte vorbeischauen können.
Unterstützung erhofft sich Alfred Reinke auch von der Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft Neuwoba und der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft Neuwoges sowie Oberbürgermeister Nico Klose (parteilos). Mit allen dreien will er dazu Gespräche führen.
Klose erzählt im Gespräch mit dem Nordkurier, dass er selbst Kunde in dem Imbiss sei und oft dort anwesend sei. Das Grillhaus sei ein „Ort der Zusammenkunft“ geworden. Er könne sich grundsätzlich vorstellen, dass im Rahmen der von Alfred Reinke gestarteten Initiative über die Stadtteilbüros oder die Quartiersmanagements Unterstützung angeboten wird.