Theaterkeller Neustrelitz: K.O.-Tropfen-Testbänder für Gäste
Theaterkeller: K.O.-Tropfen-Testbänder für Gäste

Der Theaterkeller in Neustrelitz wappnet sich gegen K.O.-Tropfen. Die Gaststätte bietet ihren Gästen spezielle Testarmbänder an, mit denen sich Betäubungsmittel in Getränken nachweisen lassen. Betreiber Niklas Bergmann stellte die Initiative in einem Instagram-Video vor.

So funktionieren die Testbänder

Die Armbänder verfügen über zwei Testfelder. Ein Tropfen des Getränks wird auf den Test aufgetragen. Verfärbt sich der Test blau, sind K.O.-Tropfen enthalten. Bleibt die Farbe aus, ist das Getränk unbedenklich. Die Bänder sind kostenlos am Tresen erhältlich, das Personal gibt sie auf Anfrage diskret heraus.

„Ihr könnt uns jederzeit ansprechen, wir sind offen, wir sind diskret“, verspricht Niklas Bergmann. Seine Mitarbeiterin ergänzt: „Solche Männer haben bei uns nichts verloren.“ Weitere Aktionen zu dem Thema seien geplant.

Hintergrund der Aktion

Im Theaterkeller selbst habe es noch keine Vorfälle mit K.O.-Tropfen gegeben. Bergmann berichtet, er habe auf Instagram gesehen, dass jemand davon berichtete – dies sei der Anlass für seine Initiative gewesen. Auch der benachbarte Kühlhausclub in Neustrelitz verzeichnet nach Angaben von Betreiber Jamy Lazar keine bekannten Fälle, weder im Club noch bei externen Events.

Die Polizei teilte auf Anfrage mit, dass der Verdacht auf die Verwendung der Tropfen im Rahmen einer Strafanzeige geäußert wurde. Die Ermittlungen dauern an. Polizeisprecherin Caroline Kohl betont, dass man sich an Spekulationen nicht beteilige und keine Aussagen treffe.

Prävention als Standard

Bergmann entwickelte die Idee gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin. Sie besorgten die Testbänder in einer Apotheke und konnten sie bereits am nächsten Tag abholen. Bislang gab es im Theaterkeller noch keine Anfrage nach den Bändern. „Wir wollen, dass sich unsere Gäste bei uns wohl und sicher fühlen“, sagt Bergmann. Er verweist darauf, dass solche Präventivmaßnahmen in anderen Clubs in Deutschland üblich seien. Zudem sei eine Kamera auf den Arbeitsbereich der Mitarbeiter gerichtet, um auch sie vor Verdächtigungen zu schützen. Als K.O.-Tropfen sind unter anderem die Chemikalien Gamma-Butyrolacton und 1,4-Butandiol bekannt.