Hühnermast mit 200.000 Tieren: Landwirt startet in Zepkow neu durch
Hühnermast mit 200.000 Tieren: Neustart in Zepkow

Karl-Heinrich Niehoff, Eigentümer und Betriebsleiter der Agrar GmbH Zepkow, startet in seinen alten Rinderställen einen Neuanfang mit Hühnern. Geplant ist eine Mastanlage für 200.000 Tiere in fünf Ställen. Der Gemeinderat hat zugestimmt, und es gab kaum Gegenwind aus der Bevölkerung.

Neuanfang auf altem Gelände

Auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Gelände nahe der A 19 bei Röbel, auf dem zu DDR-Zeiten 6000 Jungrinder gehalten wurden, sollen nun Hühner einziehen. Niehoff hatte die Ställe 1997 gekauft und dort 3000 Mastrinder gehalten. 2019 ließ er seine letzten Tiere zum Schlachthof bringen. Seitdem liegen die Scheunen weitgehend brach.

Der 77-jährige gebürtige Hannoveraner, der 1991 in den Nordosten zog und das Gut Bütow aufbaute, will mit der Hühnermast neue Arbeitsplätze schaffen. Fünf bis zehn Stellen könnten entstehen. Die Küken sollen in der Haltungsform 3 leben, rund 40 Tage bleiben und mit einem Gewicht von etwa 1800 Gramm zum Schlachter kommen.

Kaum Widerstand aus der Gemeinde

Der Gemeinderat habe erst im zweiten Anlauf zugestimmt – laut Niehoff wegen „einiger kleiner Probleme“, die inzwischen ausgeräumt seien. Zepkows Bürgermeister Manfred Pitann (Bündnis für Eldetal) bestätigt: „dass es von solchen Ruinen nun bald eine weniger geben wird“. Dorfbewohner hätten sich nicht beschwert.

In den Ställen wird künftig auch Künstliche Intelligenz eingesetzt. Kameras beobachten die Tiere und melden, wenn es einem nicht gut geht. „Das ist heute Standard“, so Niehoff.

Zukunft für den ländlichen Raum

Niehoff sieht in dem Projekt einen Beitrag gegen die Entvölkerung des ländlichen Raumes. Er erinnert an den Beginn auf Gut Bütow, als Arbeitsplätze verloren gingen und viele Menschen ihre Heimat verließen. Dass ein großer Hühnerstall alles richten wird, glaubt er nicht – aber „dass man immer wieder neu entscheiden muss, wie wir weitermachen“.