Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Neubrandenburg-Mitte erweitert in den Augenarztpraxen in der Neubrandenburger Kranichstraße und in der Neustrelitzer Augustastraße die Sprechstunden der orthoptischen Sehschule für Kinder. Bei Vorschuluntersuchungen würden „noch immer Kinder mit ausgeprägten Fehlsichtigkeiten oder Schielerkrankungen entdeckt“ werden, heißt es in der Mitteilung aus dem Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum (DBK).
Erkrankungen könnten früher erkannt werden
Im Praxisalltag zeige sich für die Orthoptistin Melanie Schewe immer wieder „ein alarmierendes Bild“. Diese Erkrankungen „hätten häufig bereits deutlich früher erkannt werden können. Viele dieser Auffälligkeiten sind angeboren und lassen sich bei rechtzeitiger Diagnose erfolgreich behandeln“, sagt die Spezialistin.
Das Sehvermögen entwickele sich überwiegend in den ersten Lebensjahren. „In dieser Zeit lernt das Gehirn erst, Seheindrücke richtig zu verarbeiten. Wird eine Sehschwäche erst nach Abschluss dieser wichtigen Entwicklungsphase festgestellt, können bleibende Einschränkungen zurückbleiben“, verdeutlicht Melanie Schewe. Besonders betroffen seien Kinder mit „einseitigen Fehlsichtigkeiten oder verstecktem Schielen“.
Warnsignale im Alltag erkennen
Entsprechende Sehprobleme würden häufig nicht bemerkt, da das gesunde Auge die Schwäche des anderen Auges oft ausgleiche. „Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe, Leseprobleme, Unsicherheit beim Malen oder Basteln, auffällige Ungeschicklichkeit, häufiges Blinzeln oder Kopfschmerzen können Hinweise sein“, heißt es in der Mitteilung des Klinikums.
Untersuchung bis zum dritten Geburtstag ist wichtig
„Gutes Sehen ist Voraussetzung für eine gesunde geistige und motorische Entwicklung“, ist für die Expertin klar. Spätestens bis zum dritten Geburtstag sollte jedes Kind einmal augenärztlich untersucht werden, bei familiärer Vorbelastung sogar bereits im Alter von sechs bis zwölf Monaten. „Unbehandelte Sehentwicklungsstörungen können weitreichende Folgen haben“, wird vom Klinikum gewarnt.