DDR-Glocken aus Woserin sollen in Tansania wieder läuten
DDR-Glocken aus Woserin für Tansania geplant

Drei alte Eisenglocken aus Woserin könnten künftig in Tansania wieder läuten. Die Kirchengemeinde Dabel steht dem Vorhaben grundsätzlich offen gegenüber. Am 19. November wird das Projekt vorgestellt.

Glocken seit 2018 stillgelegt

Seit acht Jahren stehen drei alte Eisenglocken vor der Dorfkirche in Woserin. Sie wurden zu DDR-Zeiten gegossen und läuten längst nicht mehr. Die Glocken wurden 1956 als Ersatz für die verlorenen mittelalterlichen Bronzeglocken gegossen. Bis zum 6. April 2018 waren sie in Betrieb. Dann wurden sie stillgelegt und vor der Dorfkirche aufgestellt.

Noch im selben Jahr erhielt Woserin drei Bronzeglocken aus einer entwidmeten Kirche in Schwerte in Nordrhein-Westfalen. Sie wurden am 11. November 2018 bei einer Hubertusmesse geweiht und läuten seitdem in der Dorfkirche des Ortsteils der Gemeinde Borkow in der Sternberger Seenlandschaft.

Idee aus Güstrow

Die Idee stammt von Dr. Arnold Fuchs, Kirchenältester der Ev.-Luth. Domgemeinde Güstrow. Er engagiert sich seit Jahren für die kirchliche Partnerschaft mit Tansania. In manchen kleinen Gemeinden dort gibt es zwar eine Kirche, aber keine Glocken. Für deren Anschaffung fehlt häufig das Geld. Fuchs möchte deshalb ungenutzte Glocken aus Mecklenburg dorthin vermitteln.

Vertreter aus Tansania haben die alten Glocken nach den Worten von Fuchs bereits besichtigt. Nach Einschätzung der Beteiligten sind sie für eine weitere Verwendung geeignet.

Erfahrungen aus 2014

Erfahrungen mit solchen Vorhaben hat der Kirchenälteste bereits gesammelt. Schon 2014 wurden Glocken aus Mecklenburg per Schiff über Hamburg nach Tansania gebracht. Damals sorgte insbesondere die Zollabwicklung für Schwierigkeiten.

Ob die Woseriner Glocken auf dem Seeweg oder per Flugzeug transportiert werden könnten, ist noch offen. Die Kosten für Transport und Errichtung sollen nicht von der Kirchengemeinde getragen werden. Die Glockentürme entstehen in Tansania unter Beteiligung der gesamten Dorfgemeinschaft.

Entscheidung im November

Grundsätzlich steht die Kirchengemeinde Dabel dem Vorhaben offen gegenüber. Das bestätigt Pastor Dirk Sauermann auf Nachfrage. Besonders in Woserin bestehe die Bereitschaft, die Glocken abzugeben. Eine endgültige Entscheidung hat der Kirchengemeinderat allerdings noch nicht getroffen.

Am Donnerstag, 19. November, wird Arnold Fuchs das Projekt bei einem Gemeindenachmittag im Pfarrhaus in Dabel vorstellen. Beginn ist um 14.30 Uhr. Interessierte können sich über die Partnerschaft informieren und Fragen stellen. Anschließend wird der Kirchengemeinderat die Veranstaltung auswerten und seine endgültige Haltung zur Abgabe der Glocken festlegen.