Energiepolitik in MV: Parteien im Vergleich zur Landtagswahl
Energiepolitik in MV: Parteien im Vergleich

Mecklenburg-Vorpommern erzeugt mehr als doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Quellen, wie im Land verbraucht wird. Dennoch werden Windräder oft abgeregelt, weil die Netze den Strom nicht aufnehmen können. Kurzfristig will der Bund die Windeignungsflächen verdoppeln, bis 2032 sogar verdreifachen. Die Parteien haben dazu unterschiedliche Pläne.

SPD: Ausbau für Arbeitsplätze

Die SPD will den Ausbau von Windkraft, Solar und grünem Wasserstoff fortsetzen, um Industriearbeitsplätze nach MV zu holen. Windräder müssen mindestens einen Kilometer Abstand zu Wohnorten einhalten, Anwohner und Gemeinden sollen finanziell profitieren. Ein entsprechendes Gesetz wurde im Frühjahr beschlossen.

Linke: Soziale Strompreise und Verbot von Sperren

Die Linke unterstützt den Ausbau, will aber Strompreisrabatte für die Großindustrie streichen. Anwohner und Gemeinden sollen an den Gewinnen neuer Windparks beteiligt werden. Zudem fordert die Partei ein gesetzliches Verbot von Strom- und Gassperren.

CDU: Ausbau-Stopp und MV-Bonus

Die CDU fordert einen vorübergehenden Stopp für neue Wind- und Solaranlagen auf Ackerflächen. Zuerst sollen bestehende Anlagen modernisiert werden. Bürger sollen durch einen jährlichen "MV-Bonus" von 30 Euro entlastet werden, Anwohner von Windrädern erhalten zusätzliche Stromgutschriften.

AfD: Rückkehr zur Atomkraft

Die AfD lehnt neue Windräder ab und fordert den Wiedereinstieg in die Kernenergie, inklusive Reaktivierung stillgelegter AKWs und Bau von Small Modular Reactors. Die Partei will das Bundes-Windenergieflächenbedarfsgesetz stoppen, um selbst über den Energiemix zu entscheiden.

BSW: Neue Regeln für Windräder

Das BSW lehnt einen beschleunigten Ausbau ab, solange Netze und Speicher fehlen. Es fordert strengere Abstandsregeln: Ab 150 Metern Anlagenhöhe soll der Mindestabstand zu Wohnhäusern zwei Kilometer betragen. Eine "180-Grad-Regel" soll verhindern, dass Dörfer umzingelt werden. Gemeinden sollen automatisch an Erträgen beteiligt werden.

Grüne: Netzentgelte streichen und Offshore-Ausbau

Die Grünen wollen den Ausbau digital beschleunigen. Anwohner im Umkreis von zwei Kilometern um ein Windrad sollen von Netzentgelten befreit werden, was den Strompreis um bis zu ein Viertel senken könnte. Zusätzlich fordert die Partei mehr Offshore-Windparks und Bürgerbeteiligung an Speichern.

FDP: Markt und Kernfusion

Die FDP setzt auf Technologieoffenheit und den Markt, der über den Weg zur Klimaneutralität entscheiden soll. CO2-Zertifikate sollen effiziente Technologien fördern. Die Partei will Netze, Speicher und Wasserstoffinfrastruktur ausbauen, mit dem Seehafen Rostock als Drehkreuz. Die Forschung zur Kernfusion in Greifswald soll unterstützt werden.