Beleidigungen und aggressives Verhalten gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst nehmen zu. In der Feldberger Seenlandschaft reagiert Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt mit einem deutlichen Appell im Amtsblatt. Andere Verwaltungen in der Region berichten hingegen von keinen gehäuften Vorfällen.
Anlass: Ein Schreiben mit „daneben“ Ton
Auslöser war ein Schreiben im Feldberger Rathaus. „Ton und Stil waren total daneben. Motzig, überheblich, despektierlich und unsachlich“, schreibt die Bürgermeisterin. Mitarbeiter berichten von zunehmenden Beschimpfungen in Gesprächen und Schreiben.
Als Ursache sieht von Buchwaldt die Unzufriedenheit mit der politischen Lage. Mitarbeiter würden für Entscheidungen von Landes- und Bundespolitikern verantwortlich gemacht. Auch bei fehlenden Unterlagen in Anträgen würden sie beschimpft.
Andere Ämter: Gelassenheit statt Alarm
In Woldegk sieht man die Lage entspannt. „So böse ist das jetzt aber nicht“, sagt Stephan Bethge, leitender Verwaltungsbeamter. Der Ton in manchen Gremien sei schlimmer. Marko Klappstein vom Bau- und Ordnungsamt bestätigt: Es gebe zwar laute Töne, aber das sei nicht die Regel.
Im Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte gibt es „anmaßende und in wenigen Fällen beleidigende Beschwerden“, so Verwaltungschefin Elke Feldmann. Eine Häufung könne sie nicht bestätigen. Auch im Amt Neustrelitz Land ist Verwaltungschefin Daniela Böss nichts bekannt: „Mir ist dergleichen nicht zu Ohren gekommen.“
Neustrelitz: Kein vermehrtes Aufkommen
Die Stadtverwaltung Neustrelitz sieht kein vermehrtes Aufkommen beleidigender Briefe. „Kritische Mitteilungen gibt es immer wieder, vorwiegend an den Bürgermeister gerichtet“, erklärt Sprecher Jan Ole Kiel. Diese beträfen Missstände im öffentlichen Raum, unterschieden sich aber im Ton klar von Beleidigungen.
Im Rathaus läuft dazu die Ausstellung „Vergiss nie – Hier arbeitet ein Mensch“. Sie thematisiert den Umgang mit Beschäftigten im öffentlichen Dienst.