Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern blicken zufrieden auf die abgeschlossene Gerstenernte zurück. Die Erträge liegen im Durchschnitt, in einigen Regionen sogar darüber, wie eine Sprecherin des Landesbauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. „Ich höre viele zufriedene Stimmen“, sagte sie.
Schädlinge im Raps
Aktuell werden Raps und Weizen eingefahren. Beim Raps berichtete die Verbandssprecherin von Schädlingsbefall. Neben dem Rapserdfloh bereitet in diesem Jahr die Kohlschotenmücke Probleme. Sie bohrt die Rapsschoten an und legt ihre Eier hinein. Die daraus schlüpfenden Larven fressen die Rapskörner in der Schote. Mitunter bleiben kaum noch Körner übrig und ein weißliches Gespinst in der Schote. Bei starkem Befall könne der Raps nur noch in der Biogasanlage verwertet werden, so die Sprecherin.
Hitze traf Weizen
Beim Weizen, der in Mecklenburg-Vorpommern die meiste Anbaufläche belegt, könne es Probleme infolge der großen Hitze Ende Juni geben, sagte die Sprecherin. Dies sei genau in der sogenannten Kornbildungsphase passiert – mit der Folge, dass die Weizenkörner klein blieben. Wie die Ernte letztlich ausfällt, hänge aber auch von aktuellen Niederschlägen ab.
In diesen Tagen beginnt der Verbandssprecherin zufolge die Ernte von Erbsen und Bohnen. Diese Hülsenfrüchte würden verstärkt als Tierfutter und zur Bodenverbesserung angebaut. Später folgten Mais- und Kartoffelernte sowie zum Schluss die Zuckerrüben.
Rübenkrankheiten in Süddeutschland
Die Rübenbauern schauen nach Süddeutschland, wie die Sprecherin weiter sagte. Dort breiten sich Krankheiten wie SBR und Stolbur aus. Befallene Rüben entwickeln Experten zufolge eine gummiartige Konsistenz und es ist deutlich weniger Zucker extrahierbar. In Süddeutschland dürfte voraussichtlich ein Drittel weniger Zucker erzeugt werden als im Vorjahr, wie der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer im bayerischen Ochsenfurt mitteilte. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es der Sprecherin des Bauernverbandes zufolge bislang aber keine Auffälligkeiten.
In MV bleibt der Winterweizen mit rund 295.000 Hektar die wichtigste Anbaukultur des Landes, gefolgt von Winterraps und Wintergerste. Zuwächse verzeichnen dem Verband zufolge Futtererbsen und Ackerbohnen, während die Anbauflächen von Winterroggen, Triticale (Weizen-Roggen-Kreuzung) und Zuckerrüben weiter zurückgehen.