Neues Aquarium in Waren: Kreistag beschließt Millionenprojekt
Neues Aquarium in Waren beschlossen

In Waren wird ein neues Aquarium gebaut. Das haben die Kreistagsmitglieder bei ihrer jüngsten Sitzung in Neubrandenburg nahezu einstimmig beschlossen. Maximal zwei Millionen Euro darf das Vorhaben kosten, heißt es in der Beschlussvorlage, der 62 Kommunalpolitiker zustimmten. Nur einer enthielt sich der Stimme. Notwendig wird der Neubau durch den drohenden Abriss der Herrenseebrücke in Waren.

Zucht- und Quarantäne-Aquarium unter der Brücke

„Die Betreibung des Müritzeums als die größte Aquarienlandschaft für heimische Süßwasserarten ist einmalig in Deutschland und nur möglich, wenn in ähnlichem Umfang ein Zucht- und Quarantäne-Aquarium betrieben wird. Dieses befindet sich seit Gründung des Müritzeums in den Räumlichkeiten des alten Müritz-Aquariums unter der Herrenseebrücke“, erklärte Kämmerer Axel Chudy. „Aufgrund der Baufälligkeit der gesperrten Brücke und der Ankündigung, den Betreibervertrag für die Nutzung der Räumlichkeiten unter der Brücke nicht fortzuführen, ist dringend ein Ersatz zu schaffen, da ein Umzug des Fischbestandes nach Fertigstellung des neuen Gebäudes zum Wohle des amtlich auferlegten Tierwohls erfolgen muss.“

Fördermittel in Aussicht gestellt

Das Landes-Wirtschaftsministerium habe Fördermittel in Aussicht gestellt. „Aufgrund der unklaren Nutzbarkeit des Standortes unter der Brücke ist die Schaffung einer Alternative unumgänglich geworden“, erklärte Landrat Thomas Müller (CDU). Er sprach von einer „echten Herausforderung“.

Die Brücke in der Müritzstadt ist seit November gesperrt, weil Risse das Bauwerk durchziehen. Direkt in einem Pfeiler der Brücke befindet sich seit DDR-Zeiten das Aquarium, das beim Bau des Müritzeums einbezogen wurde. Rund 300 Quadratmeter groß soll der Neubau werden. Das aktuell bestehende Müritzeum ist mit Ausstellungs- und Erlebnisfläche 2300 Quadratmeter groß.

Debatte im Kreistag

„Es ist kein kleines Vorhaben“, kommentierte Frank Benischke aus Neubrandenburg (CDUplus). Toralf Schnur (fraktionslos) aus Waren plädierte dafür, „dass die Kommunalaufsicht zumindest mal zwei, drei Worte dazu verliert“. Meike Hennings (Die Grünen) aus Röbel bekräftigte seine Bedenken. „Es gibt in der kommunalverfassungsrechtlichen Literatur einen Hinweis, dass man mit so einem Verfahren eher zurückhaltend umgehen sollte.“

Christian Skotnik (AfD) aus Malchin plädierte für das Vorhaben. „Wir werden diesem Antrag zustimmen, da wir für die Entwicklung des Tourismus einstehen. Ohne eine Quarantänestation kann das Müritzeum, welches ein überregionaler Besuchermagnet ist, nicht betrieben werden.“ Frank Müller (AfD) aus Waren sprach sich ebenfalls für den Neubau aus. „Wir alle wollen den Tourismus und vor allem auch den Bildungsauftrag unbedingt sichern. Wir alle wissen, dass das Müritzeum eine Nachzuchtanlage braucht. Ohne diese Nachzuchtanlage wäre das Müritzeum gar nicht mehr betreibbar.“

Christoph de Boor (Die Grünen) aus Hohenziertz drängte auf Eile. „Zeit haben wir nicht. Es ist wichtig, dass die Entscheidung heute getroffen wird. Eine Vertagung auf die Ausschüsse oder eine Vorbehaltsleistung für die Ausschüsse ist etwas, was rechtlich nicht funktioniert.“