Im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee-Elbe ist ein weiteres Naturschutzprojekt abgeschlossen worden. In einem Waldgebiet südlich von Carlow reihen sich sechs Kleingewässer wie Perlen an einer Schnur aneinander. Sie gehören zum europaweit geschützten Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung „Wald- und Moorlandschaft um den Röggeliner See“.
Fünf Gewässer in schlechtem Zustand
Bei einer Zustandskontrolle des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe wurde festgestellt, dass fünf dieser Gewässer einen schlechten Erhaltungszustand aufwiesen. Durch die Einbindung in ein Entwässerungssystem wurde ihnen Wasser entzogen.
In Abstimmung mit dem Eigentümer des Waldstücks, der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern, wurden sechs Staueinrichtungen so positioniert, dass die Senken mit den Kleingewässern von höheren Wasserständen profitieren und der höher liegende Wald weiterhin bewirtschaftet werden kann.
Stahlspundwände für langfristige Wirkung
Eine Fachfirma rammte bis zu zehn Meter breite Stahlspundwände an den vorgesehenen Stellen ein und überwallte diese mit Boden. So kann das in den Wintermonaten anfallende Regenwasser bis weit in den Sommer hinein im Carlower Holz gehalten werden.
Dies wirkt sich positiv auf die Grundwasserbildung aus und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Waldgebiets in regenarmen Zeiten. Gleichzeitig entsteht neuer Lebensraum für Amphibien, Vögel und Libellen. Damit will das Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee einen weiteren Beitrag zum Klima- und Naturschutz leisten.
Beteiligte und Finanzierung
„Wir sind natürlich auch für den Naturschutz. Aus unserer Sicht ist die Wasserrückhaltung ebenfalls für den Bestand gut“, sagt Woitendorfs Revierförster Thomas Krüger. Er hatte das Vorhaben mit angestoßen. Realisiert wurde das Projekt durch das Unternehmen HTS Müritz GmbH Dannehl, planerisch begleitet vom Ingenieurbüro Wittenburg aus Wölschendorf.
In den naturnahen Stillgewässern finden sich typische Wasserpflanzen wie die Untergetauchte Wasserlinse (Lemna trisulca) und die Kleine Wasserlinse (Lemna minor). Beide kennzeichnen den europaweit geschützten Lebensraumtyp „Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation vom Typ Magnopotamion oder Hydrocharition“.
Das Projekt wird zu 100 Prozent aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert. Die Investitionskosten liegen bei rund 100.000 Euro.