In Rostock und Warnemünde werden neue öffentliche Toiletten gebaut. Die ersten Neubauten sollen ab 2027 entstehen. Pro Standort sind Kosten von 200.000 bis 250.000 Euro eingeplant.
Hintergrund: Alte Toiletten abgebaut
Bislang gab es an zentralen Orten der Stadt Toiletten, die vom Werbe-Unternehmen Wall betrieben wurden. Eine stand in Warnemünde, weitere im Zentrum der Hansestadt – am Universitätsplatz, am Kröpeliner Tor, am Ständehaus und an der Marienkirche. Doch der alte Stadtwerbevertrag gilt nicht mehr. Die Grundlage für den Weiterbetrieb der Anlagen ist weg. Ein nun geltendes kartellrechtliches Kopplungsverbot erlaubt eine Verknüpfung von Werberechten mit dem WC-Betrieb nicht mehr. Die Toiletten wurden abgebaut.
Bausenatorin Dr. Ute Fischer-Gäde (Grüne) betonte auf eine Anfrage von Bürgerschaftsmitglied Toni Marten (früher AfD, jetzt fraktionslos), „die Grundversorgung ist grundsätzlich sichergestellt“. Dennoch soll Ersatz her. „In enger Abstimmung zu den Belangen beteiligender Ämter werden dort passende Ersatzneubauten geplant“, hieß es schon vor einigen Monaten aus dem Rathaus.
Dixi-Toiletten nur für Bauarbeiten
Zuletzt tauchten Dixi- und ToiToi-Toiletten an einigen alten WC-Standorten auf. Die Stadt verneint auf Anfrage, dass dies die große Klo-Lösung sei: „Die Dixie-Toiletten wurden im Zusammenhang mit anstehenden Baumaßnahmen (Fernwärme und Breitbandausbau) beauftragt durch die Baufirmen aufgestellt.“ Sie seien nicht für die öffentliche Nutzung vorgesehen und sollen nach Abschluss der Bauarbeiten verschwinden.
Neue Anlagen mit Ein-Kabinen-Konzept
An den bisherigen Standorten Kurpark Warnemünde, am Universitätsplatz und vor dem Kröpeliner Tor sollen perspektivisch neue Anlagen entstehen. „An drei bisherigen Standorten sollen neue barrierefreie Ein-Kabinen-WC-Anlagen entstehen“, so die Bausenatorin. Die Neubauten am Uniplatz und an der Kröpi sollen im Jahr 2027 kommen. Warnemünde soll an der Wachtlerstraße erst 2028 einen Neubau erhalten.
Auf eine Anfrage des FDP-Politikers Andreas Szabó wird konkreter: Die Planungen sollen in 2026 abgeschlossen und die neuen Innenstadt-Toiletten im zweiten Quartal 2027 (April bis Juni) realisiert werden. Alleine für die Planungen und das Baugenehmigungsverfahren sind jeweils 25.000 Euro eingeplant.
City Cube mit Toiletten
Die ersten neuen Toiletten in der City dürften schon in den kommenden Wochen entstehen, nämlich als Teil des neuen City Cubes, der auf dem Neuen Markt entsteht. Der innovative Neubau kommt allerdings später als erwartet.
Rund um die weitere Planung der Toiletten soll „auf das bestehende Betreiber- und Finanzierungsmodell zurückgegriffen werden“, so Fischer-Gäde. Dies würde „die tägliche Bewirtschaftung durch die Stadtentsorgung Rostock GmbH mittels Inhouse-Beauftragung und die Finanzierung durch die gesamtstädtische Kurabgabe“ beinhalten.
Warum keine Übernahme der alten Toiletten?
Aus dem Ortsbeirat Warnemünde kam die Idee auf, zu prüfen, ob und zu welchem Preis die alte Bestandstoilette gekauft und betrieben werden kann. Die Senatorin nimmt dazu Stellung: Ein Erwerb sei nicht mehr möglich, da das WC in der Wachtlerstraße bereits demontiert sei. Eine Übernahme der Bestandsanlagen sei geprüft worden, wurde aber aus „technischen sowie wirtschaftlichen Gründen verworfen“. Sie würden nicht mehr dem technischen Stand entsprechen.
Zudem sei aufgrund ihres Alters „von einem erhöhten Wartungs- und Instandhaltungsaufwand auszugehen“. Ersatzteile seien dafür „faktisch ausschließlich über“ die Firma Wall zu beziehen, was „eine dauerhafte Abhängigkeit vom Hersteller“ bedeuten würde. Das würde Kosten für Betrieb und Instandhaltungen erheblich beeinflussen.
Zur neuen Toilette für Warnemünde betont die Senatorin, dass diese „dem Standard der im Jahr 2025 im Stadtgebiet errichteten öffentlichen WC-Anlagen entsprechen“ soll.