Die Warnowbrücke in Rostock nimmt eine weitere Hürde: Ende Juli endete die Frist für Unternehmen, ihre Angebote für den Bau der Brücke abzugeben. Die Brücke soll mehr als 540 Meter lang sein und über den Stadthafen führen. Das Projekt kostet 62,8 Millionen Euro, davon kommen 35,7 Millionen vom Bund.
Vergabeverfahren als wesentlicher Schritt
Der Senatsbereich Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität bezeichnet das Vergabeverfahren als „wesentlichen Schritt zur Realisierung der Warnowbrücke“. Damit würden europaweit Bauleistungen ausgeschrieben und die Auftragnehmer ermittelt.
Die Ausschreibung läuft seit dem vergangenen Jahr und umfasst „Stahl- und Betonbauarbeiten sowie die technische Ausrüstung der Brücke, beispielsweise der Klappmechanismus und die Beleuchtung“. Nicht enthalten ist die Wegeanbindung des Bauwerks. Auftraggeberin ist die städtische RGS (Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH).
Vertraulichkeit und Prüfung der Angebote
Zu Anzahl, Eingang, Herkunft und Namen der Bieter schweigen die Beteiligten weiterhin. Zur Begründung heißt es, das Vergabeverfahren sei noch nicht abgeschlossen. „Damit werden die Vertraulichkeit des Vergabeverfahrens und die Interessen der beteiligten Unternehmen gewahrt“, so der Senatsbereich.
Die Angebote werden inzwischen „umfassend geprüft“ und „entsprechend den festgelegten Zuschlagskriterien gewertet“. Der Zeitplan sieht vor, den Zuschlag im Herbst 2026 zu erteilen. Ebenfalls für Herbst ist der Baubeginn angestrebt.
Planfeststellungsbeschluss für Herbst erwartet
Für die Realisierung müssen auch die erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Das Planfeststellungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. „Der Planfeststellungsbeschluss wird derzeit für Herbst 2026 erwartet“, heißt es aus dem Rathaus.
Die Stadt zeigt sich zuversichtlich und betont, dass aus heutiger Sicht „keine Anhaltspunkte“ bestehen würden, dass die Realisierung der Warnowbrücke „grundsätzlich infrage“ stehe.
Brücke als Teil der Radfernroute
Mit der Brücke über die Unterwarnow entsteht eine neue Querung für Fußgänger und Radfahrer. Sie soll ein bedeutender Teil der Radfernroute Berlin-Kopenhagen werden. Die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt 613 Meter, die Breite sechs Meter. Kleine Schiffe sollen unter der Brücke durchfahren können, für größere ist ein Klappelement (etwa 25 Meter breit) nahe der Kaikante des Stadthafens vorgesehen. Nach derzeitigem Planungsstand soll die Brücke 2028 fertiggestellt sein.