Der Anklamer Ruderklub hat am Wochenende sein neues Ruderboot getauft. Der Neuzugang trägt den Namen „Lilienthal“ und erweitert die Flotte des Vereins um ein hochmodernes Mannschaftsboot. Zur Taufe war auch Bürgermeister Michael Galander (IfA) gekommen.
Fördermittel und Sponsoren machen die Anschaffung möglich
Die Anschaffung wurde durch Fördermittel, Sponsoren und das finanzielle Engagement des Vereins ermöglicht. Bereits 2023 stellte der Ruderklub einen ersten Antrag auf Fördermittel. Unterstützung kam vom Landessportbund sowie von den Sponsoren Anja und Thomas Dabers und Peter Bock. Einen weiteren Teil der Kosten übernahm der Verein aus eigenen Mitteln.
„Für uns geht mit dieser Anschaffung dieses Bootes ein großer Wunsch in Erfüllung“, erklärte die Vereinsvorsitzende Christine Zornow und fügte hinzu: „Wir haben bereits 2023 den ersten Förderantrag gestellt. Umso stolzer und glücklicher sind wir, dass das neue Boot jetzt tatsächlich bei uns auf der Peene unterwegs ist. Ein großes Dankeschön gilt allen, die uns dabei unterstützt haben.“
Zahnärztin wird Taufpatin
Die Rolle der Taufpatin übernahm Anja Dabers. Die Anklamer Zahnärztin gehört zu den Unterstützern der Anschaffung und ist dem Rudersport persönlich verbunden. Sie ist Mitglied des Ruderklubs und nahm in diesem Jahr unter anderem an der bundesweiten „Women’s Rowing Challenge“ des Deutschen Ruderverbandes teil. Christine Zornow, die seit 2020 an der Spitze des Vereins steht, hielt die Rede zur Taufe. Anschließend ging die „Lilienthal“ zur Jungfernfahrt auf die Peene.
Der Name des Bootes erinnert an die Brüder Otto und Gustav Lilienthal, die 1848 und 1849 in Anklam geboren wurden und als Flugpioniere, Ingenieure, Erfinder und Konstrukteure Geschichte schrieben. Nun trägt ein Boot auf dem Heimatfluss ihrer Geburtsstadt ihren Namen.
Vielseitig einsetzbarer Doppelvierer
Der Neuzugang ist ein hochmoderner Doppelvierer, der auch als Fünfer genutzt werden kann. Gebaut wurde das Boot im mecklenburg-vorpommerschen Warin. Es verfügt unter anderem über einen Tiefeinstieg, Ablagen neben den Rollsitzen und geschwungene Ausleger. Für den Verein, bei dem Freizeit-, Gesundheits- und Wanderrudern im Mittelpunkt stehen, ist ein solches Boot eine wichtige Investition.
Der Anklamer Ruderklub blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1908. Einst war die Peenestadt eine Hochburg des Rudersports in Vorpommern. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, bei denen auch der Bootsbestand verloren ging, wurde der Rudersport 1951 in der Stadt wiederbelebt. Bis in die 1970er-Jahre hinein gehörte der Standort zu den bekannten Adressen des Rudersports im Norden.
Anklam als Anlaufpunkt für Wanderruderer
Seit 1990 konzentriert sich der Klub auf das Freizeit- und Wanderrudern. Direkt vor dem Bootshaus in der Werftstraße liegt die Peene, die gern als „Amazonas des Nordens“ bezeichnet wird. Gäste aus anderen Regionen starten von Anklam aus zu mehrtägigen Touren, übernachten am Bootshaus oder nutzen dort stationierte Boote. Der Veranstaltungskalender reicht von der traditionellen Jarmenfahrt über Touren zu Pfingsten und zur Sommersonnenwende bis zum Wanderrudertreffen des Deutschen Ruderverbandes.
Das Angebot „Gesundheitssport Rudern“ ist eine Besonderheit: Die entsprechenden Anfängerkurse des Vereins sind seit 2021 vom Deutschen Ruderverband zertifiziert. Dass ein kleiner Klub all dies stemmen kann, hängt wesentlich vom Engagement seiner Mitglieder, Förderer und Sponsoren ab. Mit der „Lilienthal“ zeigt sich nun, was aus dieser Unterstützung entstehen kann – ein modernes Boot, auf das die Mitglieder stolz sind und das den Verein auf seinen Fahrten über die Peene viele Jahre begleiten soll.