Der Direktor des Warnemünder Hofs und Vorsitzende des Tourismusvereins Rostock und Warnemünde, Frank Martens, bewertet die aktuelle Sommersaison als gemischt. „Die Umsätze lagen in etwa auf Vorjahresniveau“, sagte er am Montag. Gleichzeitig hätten sich das Buchungs- und Reiseverhalten deutlich verändert: „Aufenthalte wurden kürzer, Reservierungen erfolgten sehr kurzfristig“, so Martens.
Buchungsverhalten und Geschäftsreisen
Martens berichtet von „niedrigeren Vorbuchungsständen“, die sich jedoch „kurzfristig normalisiert“ hätten – allerdings ohne die Vorjahreshöhen zu erreichen. Häuser „in erster Reihe“ starteten mit höherer Auslastung, entwickelten dann aber „weniger Schwung“ als zuvor. „Familien mit längeren Aufenthalten blieben häufiger aus, dafür nahmen Geschäftsreisen über das Jahr spürbar zu“, erklärte er.
Bei Großveranstaltungen wie der Warnemünder Woche und der Hanse Sail sieht Martens „rückläufige Effekte“ auf die Buchungen. Das Haus sei zwar voll, doch kämen „weniger Gäste gezielt wegen der Events“.
Kosten und Standortfaktoren
„Unter dem Strich belasten gestiegene Personal-, Waren- und Energiekosten die Ergebnisse“, betont der Tourismus-Experte. Warnemünde sei im Vergleich zu manch anderen Seebädern teurer geworden, sagt Martens. „Es wird dem normalen Besucher einiges zugemutet: Zur Begrüßung zahlt er die Tunnelmaut (5,40 Euro), dann hohe Parkgebühren (4 Euro pro Stunde) – dann folgen Preissteigerungen in der Kurtaxe und in der Gastronomie.“ Sein Haus halte die Zimmerpreise deshalb bewusst moderat.
Es sei nicht zu übersehen: „Im Vergleich zur Nordsee fallen die Begleitkosten in Warnemünde zunehmend ins Gewicht.“ Umso mehr begrüßt Martens ein wachsendes Bewusstsein der Stadt beim Thema Nachhaltigkeit und Ökologie und fordert eine sichtbare, aber sachliche Gästeinformation – etwa bei Badehinweisen zu Blaualgen.
„Rostock hat zusammen mit Warnemünde einiges zu bieten: Natur, maritimes Flair und Kulturangebote – zu allen Jahreszeiten.“