Die Rostocker Bürgerschaft könnte bald über 100 zusätzliche Sitzbänke im Stadtgebiet entscheiden. Die Fraktion der Grünen hat den Antrag eingebracht, und die Stadtverwaltung signalisiert grundsätzliche Unterstützung. Allerdings sind die finanziellen Mittel bislang nicht gesichert, und die Umsetzung könnte sich bis 2029 hinziehen.
Verwaltung befürwortet Sitzbänke-Antrag
In einer Stellungnahme zum Antrag der Grünen erklärte Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität: „Die Verwaltung befürwortet den Antrag zur Schaffung von weiteren Bänken im Stadtgebiet.“ Ob es exakt 100 Bänke werden, ließ sie offen. Derzeit seien keine Mittel für 100 Bänke im Kernhaushalt eingestellt.
Die Kosten sind erheblich: Pro Bankstandort mit Abfallbehälter und Standard-Bank (Typ Skjellerup) werden 5000 Euro eingeplant – inklusive Lieferung, Herstellung, Pflasterung des Standortes und Einbau. Das ergibt eine halbe Million Euro für 100 Bänke. Der Preis könne variieren, wenn eine höherwertige Bank (Typ Warnemünde) nötig werde oder ein Doppelstandort gewünscht sei. Zudem entstünden Folgekosten für Reinigung und Reparaturen.
Folgekosten und demografischer Wandel
„Bei der Reinigung von Bankstandorten an Plätzen, die eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für den Tourismus haben, summieren sich die Kosten bei vier Pflegegängen auf 400 Euro pro Bank und Jahr“, heißt es in der Stellungnahme. Das mache für 100 Bänke zusätzlich 40.000 Euro pro Jahr. In der Regel werde jede Bank alle zwei bis drei Jahre mindestens einmal repariert oder ausgetauscht.
Fischer-Gäde begründet die Notwendigkeit: „Aufgrund des demografischen Wandels ist es für viele Menschen immer schwieriger, lange Wege ohne Zwischenhalt oder Aufenthaltsmöglichkeiten zu überwinden.“ Bänke seien Orte zum Verweilen und der Kommunikation für alle Generationen. Wird der Antrag angenommen, sollen zunächst alle Ortsbeiräte und der Seniorenbeirat zu möglichen Standorten befragt werden.
Seniorenbeirat unterstützt und Zeitplan
Der Seniorenbeirat reagierte positiv. Vorsitzender Hans-Joachim Engster sagte: „Auch der Rostocker Seniorenbeirat wünscht sich mehr Sitzbänke.“ Mehr Sitzgelegenheiten seien nicht nur für Senioren wichtig, sondern für benachteiligte Menschen insgesamt. „Es geht auch darum, Möglichkeiten zu haben, sich außerhalb seiner eigenen vier Wände zu treffen“, so Engster. „Gleichzeitig dienen Sitzbänke zum Verschnaufen, wenn man unterwegs ist.“
Bei positiver Entscheidung könnte der Einbau der ersten Bänke – unter Berücksichtigung von Haushaltsmitteln und Lieferfristen – voraussichtlich im dritten Quartal 2028 beginnen. Eine Fertigstellung bis Ende 2029 sei möglich, so Fischer-Gäde. Die Kosten pro Bank könnten bis dahin steigen. Im aktuellen Doppelhaushalt sind für dieses Jahr Mittel für acht neue Bankstandorte und 2027 für zwei weitere eingestellt, dazu rund 15 Ersatzbänke. Neue Standorte sind unter anderem im Rote Burg Park, in der Hundsburgallee, in der Arnold-Bernhard-Straße, in Diedrichshagen und in der Clara-Zetkin-Straße. Insgesamt bewirtschaftet das Amt für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen derzeit 2880 Bänke im gesamten Stadtgebiet.