Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2026 könnte weitreichende Veränderungen für die Landespolizei mit sich bringen. Die Parteien haben in ihren Wahlprogrammen unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, um die Beamten zu entlasten und die Sicherheit im Alltag zu erhöhen. Im Fokus stehen Personalaufbau, Digitalisierung und die Ausstattung der Polizei.
Demografische Welle und Investitionen
Die Landespolizei in Mecklenburg-Vorpommern hat derzeit 5988 Beschäftigte (Stand: 1. August). In den kommenden Jahren geht ein großer Teil des Personals in den Ruhestand und muss ersetzt werden. Die Parteien fordern unisono, die Ausbildungskapazität zu stärken und die Polizisten zu entlasten, damit diese bürgernah agieren können. Als Mittel werden vor allem Digitalisierung und der Einsatz von Verwaltungsangestellten genannt.
In den vergangenen Jahren hat SPD-Innenminister Christian Pegel viel Geld in die Erneuerung der Polizei investiert, etwa in neue Polizeihubschrauber und die Infrastruktur. Allerdings gab es auch Probleme, wie den Hackerangriff auf die IT-Struktur, fehlende Diensthandys für Polizisten und Besetzungsquerelen.
Die Positionen der Parteien im Überblick
Die SPD will am Personalaufwuchs auf 6183 Beamte festhalten und die Polizei an den bisherigen Revierstandorten dauerhaft vertreten lassen. Sie setzt auf Digitalisierung zur Entlastung, mehr spezialisierte Polizisten und die Prüfung von KI-Einsatz. Die AfD strebt 6200 Polizisten an, will das LKA mit mehr Cybercrime-Experten ausstatten und die Einführung freiwilliger Sicherheitshelfer prüfen. Zudem fordert sie eine eigene Grenz- und Rückführungspolizei, obwohl der Bund für den Grenzschutz zuständig ist.
Die CDU will die Soll-Stärke von rund 6200 Polizisten erreichen und 50 neue Kripo-Stellen schaffen. Sie setzt auf KI, Videoüberwachung und moderne Lichtkonzepte in Angsträumen. Die Grünen fordern ein neues Polizeigesetz mit hohen Hürden bei Grundrechtseingriffen und eine Bodycam-Pflicht bei körperlicher Gewalt. Die Linke will Kontrollquittungen für Polizei-Maßnahmen und eine unabhängige Beschwerdestelle. Die FDP lehnt Massenüberwachung ab und will die Bereitschaftspolizei mit einem zusätzlichen Standort in Anklam stärken. Das BSW betont Präsenz vor Technik und lehnt die Ausweitung staatlicher Kontrollbefugnisse ab.
Auswirkungen auf den Alltag
Die Umsetzung der Vorschläge hängt von rechtlichen, finanziellen und personellen Möglichkeiten ab. Die Parteien haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die Polizei in Zukunft aufgestellt sein soll. Die Entscheidung der Wähler wird darüber bestimmen, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden und wie sich die Sicherheit im Alltag in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt.