Auto im Wasser: Rostocker Feuerwehr gibt Tipps zur Selbstrettung
Auto im Wasser: Feuerwehr Rostock gibt Tipps

Nach dem tragischen Vorfall im Rostocker Stadthafen, bei dem ein Ehepaar (88, 87) mit seinem Auto in die Warnow fuhr und starb, hat die Feuerwehr Rostock Hinweise zur Selbstrettung veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft erklärte, es lägen keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden vor, das Verfahren sei jedoch noch nicht abgeschlossen.

Was ist die beste Möglichkeit, sich zu retten?

Die Feuerwehr betont, dass es keine allgemeingültige Lösung für Unfälle mit PKW im Wasser gibt. Jeder Fall sei gesondert zu betrachten. Wichtig sei, dass der Eigenschutz immer Vorrang hat – sowohl für Helfende als auch für Betroffene. In den meisten Situationen sollten die Fenster so schnell wie möglich geöffnet werden, entweder per Fensterheber oder durch Zerstören der Scheibe mit einem Nothammer oder einer Kopfstütze.

Welche Rettungsmittel helfen im Auto?

Ein Gurtmesser kann helfen, den Sicherheitsgurt zu durchtrennen, und sollte in Griffweite liegen. Fenster lassen sich mit einem Notfallhammer oder einer Kopfstütze zerstören. An Häfen oder Steganlagen befinden sich oft Rettungsmittel wie Rettungsringe oder Auftriebsmittel, die zu Wasser gelassen werden sollten.

Wann öffne ich Fenster und Türen?

Türen und Fenster sollten so schnell wie möglich geöffnet werden, da sie sonst erst nach einem Druckausgleich wieder zu öffnen sind. Ist ein Fenster bereits offen, können weitere kurz nach dem Ereignis geöffnet werden, und Türen lassen sich nach dem Druckausgleich von innen öffnen, falls das Auto verriegelt ist.

Wie gefährlich sind Elektroautos im Wasser?

Nach Herstellerangaben besteht bei Elektroautos keine erhöhte Gefahr, da das Hochvoltsystem wasserdicht gekapselt ist und sich bei Wasserkontakt abschaltet.

Was können Zeugen und Ersthelfer tun?

Der Eigenschutz hat immer Vorrang – es ist niemandem geholfen, wenn durch gescheiterte Hilfsversuche mehr Personen in Not geraten. Zuerst sollte der Notruf abgesetzt werden, damit ausgebildete Einsatzkräfte schnell alarmiert werden. Bei Rettungsversuchen sollte nicht in das Fahrzeug getaucht oder geschwommen werden, solange es sich an der Oberfläche befindet, da die Gefahr besteht, mit heruntergezogen zu werden. Die Stelle des Untergehens sollte man sich merken, etwa durch örtliche Besonderheiten, und wenn möglich markieren. Unter Beachtung des Eigenschutzes kann eine Helferkette gebildet werden – zum Beispiel mit einer Person im Wasser, einer an der Kaikante und einweisenden Personen für die Rettungskräfte.