Vor der Ostseeküste bei Warnemünde hat sich seit dem Wochenende ein grüner Algenteppich gebildet. Das Gesundheitsamt der Stadt Rostock warnt vor Blaualgen. Betroffen sei vor allem der Bereich zwischen den Strandabschnitten 30 und 36. Menschen werden aufgefordert, Baden und Hautkontakt mit den Algen in den betroffenen Abschnitten zu vermeiden. Besonders gilt diese Warnung für Kinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Hunde. Ein Badeverbot hat die Stadt Rostock jedoch nicht ausgesprochen.
Ideale Bedingungen für Blaualgen
Das sommerliche Wetter an der Ostseeküste bietet ideale Verhältnisse für Blaualgen. Im Gegensatz zu ihrem Namen handele es sich bei den Wasserteppichen nicht um klassische Algen, sondern um sogenannte Cyanobakterien, erläutert Kristin Beck vom Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. Diese würden sich bei dem warmen, sonnigen Wetter in dem nährstoffreichen Wasser der Ostsee besonders gut vermehren und an der Wasseroberfläche zu sichtbaren Teppichen sammeln. Wind und Strömung können die Ansammlungen kurzfristig verlagern oder auflösen.
Einige Arten produzieren Giftstoffe
Wie gefährlich Blaualgen sind, hängt auch von der Art der Bakterien ab. Einige Blaualgen-Arten produzieren Giftstoffe, die sich im Wasser lösen können und für Menschen und Tiere eine Gesundheitsgefahr darstellen. Vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem, Kleinkinder und Schwangere sollten nicht in belasteten Gewässern baden.
Beim Kontakt mit Blaualgen und ihren Giften kommt es zu Hautreizungen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen. Kleinste Tröpfchen können auch eingeatmet werden und zu Entzündungen von Rachen und oberen Atemwegen führen. Wird verunreinigtes Wasser beim Baden verschluckt, sind Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen mögliche Folgen. In hoher Konzentration können die Blaualgengifte zu akuten Leberschädigungen führen, tödliche Vergiftungen gab es bei Fischen, Vögeln, Haus- und Nutztieren. Hunde sind besonders gefährdet, weil sie häufig aus Gewässern trinken. Man sollte sie deshalb in der Nähe von potenziell belasteten Seen und Teichen gut im Auge behalten und vermeiden, dass sie mit Blaualgen in Kontakt kommen.
Was tun nach Kontakt?
Wer versehentlich mit den Bakterien belastetes Wasser geschluckt hat oder in einem Gewässer durch Blaualgen geschwommen ist, sollte sich gründlich waschen, Augen, Nase und Mund ausspülen und die Badekleidung wechseln. Treten nach dem Kontakt Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautreizungen oder andere Beschwerden auf, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.