DDR-Sport-Legende Gerd Langhoff feiert 95. Geburtstag
DDR-Sport-Legende Gerd Langhoff feiert 95. Geburtstag

Gerd Langhoff, eine der prägendsten Persönlichkeiten des Rostocker Handballs, feiert am heutigen 17. August 2026 seinen 95. Geburtstag. Der frühere Nationalspieler lebt mittlerweile in Schwerin-Wittenförden.

Erfolge mit BSG Motor und SC Empor

In den 1950er-Jahren zählte Langhoff zu den profiliertesten Handballern Deutschlands. Mit der BSG Motor und später dem SC Empor Rostock gewann er von 1953 bis 1957 fünf Hallen-Titel sowie 1955 das Double auf dem Feld. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Duelle zwischen der DDR und der BRD im Jahr 1957: „Das war im Feldhandball. In Hannover waren es 45.000, in Leipzig sogar 80.000 Zuschauer.“

Der emeritierte Professor und ehemalige Direktor des Instituts für Körpererziehung der Uni Rostock führte drei Gründe für die damalige Dominanz des Rostocker Handballs an: „Wir besaßen eine Mannschaft mit hoher Spielintelligenz. Zu unserer Entwicklung trugen auch Vergleiche mit dem THW Kiel und Flensburger TB sowie schwedischen Vertretungen bei. Außerdem waren wir auf und außerhalb des Parketts eine eingefleischte Truppe.“

Raumdeckung und Länderspiele

Von den Partien gegen die Skandinavier übernahmen die Hansestädter die Raumdeckung – das 3:3-System. Der Linkshänder absolvierte 20 Länderspiele und gewann mit der DDR 1953 bei den Weltfestspielen in Moskau Gold. 1954, als der DDR-Sport international noch nicht anerkannt war, wollte BRD-Coach Fritz Framm die Rostocker Günter „Paule“ Mundt, Klaus-Dieter Matz und Langhoff in das spätere WM-Team integrieren, das in Schweden Platz zwei belegte. Die DDR lehnte dies aus politischen Gründen ab.

Ab April 1956 trug Langhoff das Trikot des SC Empor. „Wir Spieler wollten die Delegierung von Motor in den Club eigentlich nicht. Wir fühlten uns der BSG der Neptunwerft verbunden. Einige von uns arbeiteten im Unternehmen. Zudem stellte uns die Werft auch immer den Bus für Auswärtspartien. Wir sahen uns als Werftler“, sagt Langhoff.

Rückblick auf den wertvollsten Titel

Der Jubilar, der mit Mundt 1958 das erste Handball-Lehrbuch und später weitere Publikationen herausgab, beendete 1961 seine Laufbahn. Auf die Frage nach seinem wertvollsten DDR-Titel antwortet er: „1957 das 17:15 über Eisenach. Torwart Hans Beier war verletzt. Mit Günter Kikillus musste ein Spieler zwischen die Pfosten. Aus einem 8:12 gelang uns noch der Sieg.“

Das war der erste Meistertitel unter dem Namen SC Empor. Weitere fünf folgten, an denen auch Sohn Holger Anteil hatte. „Mit Interesse verfolge ich immer noch den HCE“, sagt Langhoff getreu dem Motto „Einmal Rostocker Handball, immer Rostocker Handball“.