Sabine (29) und Enrico B. (31) aus Güstrow haben am Montag auf der Station Gyn 3 des Klinikums Südstadt Rostock geheiratet. Die ursprünglich für den 25. September in Zingst geplante Trauung musste verlegt werden, weil die schwangere Frau seit dem 26. August stationär behandelt wird und sich schonen muss. Möglich machte den Termin das Rostocker Standesamt in Abstimmung mit dem Klinikteam.
Untersuchungsraum wird zum Trauzimmer
Die Hochzeit fand aus medizinischen Gründen auf der Station statt. Normalerweise werden Eheschließungen in solchen Fällen im Raum der Stille durchgeführt. Um Wege zu vermeiden, verwandelten Mitarbeiterinnen einen kleinen Untersuchungsraum in ein Trauzimmer. Standesbeamtin Annemarie Hobrlant kam dafür ins Klinikum.
Bei der Trauung waren die Freundin und Trauzeugin Laura sowie eine Mitpatientin dabei. Letztere half bei der Vorbereitung und dokumentierte den Moment mit Fotos. Der zweite Trauzeuge war im Urlaub.
Sehr glücklich – doch die Gesundheit geht jetzt vor
„Wir sind sehr glücklich, dass unsere Hochzeit trotz allem stattfinden konnte“, sagte das Paar nach der Zeremonie. Beide betonten, die Gesundheit gehe jetzt vor. Alles anderes lasse sich später nachholen.
Auch für das Team der Station war diese Trauung alles andere als alltäglich. „Solche Situationen zeigen, dass ein Krankenhaus manchmal weit mehr ist als ein Ort medizinischer Behandlung. Für unsere Patientin steht jetzt natürlich die Gesundheit von Mutter und Kind an erster Stelle. Umso schöner war es zu erleben, mit wie viel Herzblut das Stationsteam diesen besonderen Wunsch möglich gemacht hat“, sagte die behandelnde Oberärztin Dr. Ellen Mann.
Erstes Kind soll im Dezember kommen
Das erste Kind des Paares, ein Junge, soll Anfang Dezember zur Welt kommen. Bis dahin gilt für Sabine Ruhe. Danach klappt es dann bestimmt auch noch mit der Hochzeitsreise – zum Beispiel an die Ostsee.