Randale im Stadthafen: Kult-Bar und Museumsschiff beschädigt
Randale im Stadthafen: Kult-Bar und Schiff beschädigt

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben Unbekannte im Rostocker Stadthafen randaliert. Betroffen sind die Bar Hafendommel auf der Haedgehalbinsel und der direkt daneben liegende Eisbrecher „Stephan Jantzen“. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und wegen des gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr.

Randale zwischen 1 und 3 Uhr

Nach Erkenntnissen der Ermittler ereignete sich die Randale zwischen 1 und 3 Uhr in der Nacht. Erst am Donnerstagvormittag um 10 Uhr wurde die Polizei über die Schäden informiert. Auf dem Gelände der Bar direkt am Wasser wurden verschiedenen Gegenstände beschädigt, am Donnerstagnachmittag waren die Schäden noch zu sehen. Die Bar hatte bereits geöffnet.

Samuel Drews, einer der Mitinhaber der Hafendommel, zeigte sich verärgert: „Natürlich sei es ärgerlich, wenn es zu Vandalismus kommt, etwas von Leuten nicht wertgeschätzt wird.“ Er betonte jedoch: „Wichtiger ist es, dass wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen: Uns nämlich füreinander einsetzen, richtig hinsehen, etwas sagen, wenn es passiert und füreinander einstehen.“

Kunstwerk und Flaggen betroffen

Beschädigt wurde auch eine alte Telefonzelle mit dem Kunstwerk „Humanity“ des Rostocker Künstlers Jakob Grosse-Ophoff. Das Werk zeigt einen Mechanismus, bei dem eine Säge auf Höhe des Schienbeins in ein Bein sägt. Laut Drews symbolisiere es, dass wir oft am eigenen Ast sägen und uns selbst in Fleisch schneiden, wenn wir unseren Lebensstil nicht an den planetaren Grenzen ausrichten. Zudem wurden zwei Pride-Flaggen gestohlen.

Taue am Eisbrecher gelöst

Am Eisbrecher „Stephan Jantzen“, der in unmittelbarer Nähe zur Bar liegt, sollen die Täter zwei Taue gelöst haben. Polizeisprecherin Katja Weizel erklärte: „Eine Gefahr, dass sich das Schiff vom Anleger lösen könnte, bestand nach derzeitigen Erkenntnissen aufgrund weiterer befestigter Taue nicht.“ Die Polizei bezifferte den entstandenen Schaden auf rund 5000 Euro.

Die Ermittlungen laufen. Zeugen werden gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter 0381/49161616 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.