34 Jahre nach den rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen erinnert eine Themenwoche an die Ereignisse. Vom 19. bis 27. August sind Gespräche, Führungen, Filmabende und Ausstellungen geplant. Organisiert wird die Woche unter dem Titel „34 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen 92 – Erinnern, Handeln, Vernetzen“ von Vereinen, Initiativen und Einrichtungen der Hansestadt.
Auftakt mit Filmabend im Café Median
Den Beginn macht am Mittwoch, 19. August, um 19.30 Uhr ein Filmabend im Café Median in der Niklotstraße 5/6. Gezeigt wird der Film „Kapitulation am Ostseestrand. Staatliches Versagen im Umgang mit rechter Gewalt nach dem Pogrom“. Anschließend ist ein Gespräch geplant.
Am 20. August um 19 Uhr steht im Peter-Weiss-Haus in der Doberaner Straße 21 der Brandanschlag auf ein Lübecker Asylbewerberheim vom 18. Januar 1996 im Mittelpunkt. Überlebende berichten von dem Anschlag, bei dem zehn Menschen starben und 38 zum Teil schwer verletzt wurden. Gezeigt wird der Film „Tot in Lübeck“.
Stadtteilführung zu Erfahrungen rumänischer Romnja
Das Dokumentationszentrum Lichtenhagen im Gedächtnis lädt am Samstag, 22. August, zu einer thematischen Stadtteilführung durch Lichtenhagen ein. Im Fokus steht die Geschichte der betroffenen rumänischen Romnja und ihre Erlebnisse während des Pogroms. Der Rundgang startet um 14 Uhr am Gedenkort „Selbstjustiz“ in der Mecklenburger Allee 19.
Ab Montag, 24. August, zeigt eine Ausstellung im Foyer des Rathauses die Lebenswege vietnamesischer Rostocker. Sie ist bis 4. September zu sehen. Laut den Organisatoren der Gedenkwoche kamen in den 70er- und 80er-Jahren zahlreiche Vietnamesen als Vertragsarbeiter in die DDR. 1989 lebten und arbeiteten demnach 60.000 Frauen und Männer aus Vietnam in der DDR. Nach der Wende kämpften viele mit Arbeitslosigkeit, der Angst vor Abschiebung und rassistischen Übergriffen. Am 27. August um 17.30 Uhr findet ein offenes Gespräch mit Vertretern der vietnamesischen Gemeinschaft statt.
Böll-Montagskino im Lichtspieltheater Wundervoll
Am 24. August erinnert das Böll-Montagskino im Lichtspieltheater Wundervoll in der Friedrichstraße 23 an die Ereignisse von 1992. Ab 19 Uhr werden vier Kurzfilme gezeigt: „Obst und Gemüse“ (30 Minuten), „Alles gehört zu dir“ (13 Minuten), „Wohnen auf Zeit“ (8 Minuten) und „Für immer“ (7 Minuten). Im Anschluss gibt es ein Publikumsgespräch mit dem Filmemacher Christian Tung Anh Nopper, der den Film „Für immer“ gedreht hat.
Das komplette Programm ist im Internet unter lichtenhagen-1992.de zu finden.