In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben Unbekannte im Rostocker Stadthafen die Kult-Bar Hafendommel und das Traditionsschiff „Stephan Jantzen“ beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr.
Randale auf der Haedgehalbinsel
Nach Erkenntnissen der Ermittler ereignete sich die Randale zwischen 1 und 3 Uhr nachts auf der Haedgehalbinsel. Am Donnerstagvormittag, 13. August, wurde die Polizei über die Schäden informiert. Auf dem Gelände der direkt am Wasser gelegenen Bar wurden verschiedene Gegenstände beschädigt. Am Nachmittag waren die Schäden noch sichtbar, die Bar hatte bereits geöffnet.
Samuel Drews, einer der Mitinhaber der Hafendommel, zeigte sich verärgert: „Natürlich sei es ärgerlich, wenn es zu Vandalismus kommt, etwas von Leuten nicht wertgeschätzt wird.“ Er betonte jedoch: „Wichtiger ist es, dass wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen: Uns nämlich füreinander einsetzen, richtig hinsehen, etwas sagen, wenn es passiert und füreinander einstehen.“
Kunstwerk und Flaggen betroffen
Auch eine dort aufgestellte alte Telefonzelle mit dem Kunstwerk „Humanity“ wurde attackiert. Das Werk von Rostocker Künstler Jakob Grosse-Ophoff zeigt einen Mechanismus, bei dem eine Säge auf Höhe des Schienbeins in ein Bein sägt. Laut Drews symbolisiere es, dass wir oft am eigenen Ast sägen und uns selbst ins Fleisch schneiden, wenn wir unseren Lebensstil nicht an planetaren Grenzen ausrichten. Zudem wurden zwei Pride-Flaggen gestohlen.
Taue am Eisbrecher gelöst
An dem nahegelegenen Eisbrecher „Stephan Jantzen“ sollen die Täter zwei Taue gelöst haben. Polizeisprecherin Katja Weizel erklärte: „Eine Gefahr, dass sich das Schiff vom Anleger lösen könnte, bestand nach derzeitigen Erkenntnissen aufgrund weiterer befestigter Taue nicht.“ Der entstandene Schaden wird auf rund 5000 Euro beziffert.
Die Polizei bittet Zeugen, sich beim Kriminaldauerdienst unter 0381/49161616 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Die Ermittlungen dauern an.