Die Universitätsmedizin Rostock (UMR) hat auf rassistische und gewaltverherrlichende Äußerungen eines Oberarztes in sozialen Netzwerken reagiert. Der Mediziner wurde freigestellt, gegen ihn wurde Strafanzeige gestellt. Die Vorwürfe hätten sich bestätigt, teilte die Klinik mit.
Initiative veröffentlicht Beiträge des Arztes
Veröffentlicht wurden die Posts von der Initiative „hogesatzbau“ (Hooligans gegen Satzbau) auf Instagram. Dort wird der Arzt unter anderem mit den Sätzen zitiert: „Also ich sehe nur Heizmasse, die unser Energieproblem lösen kann! Remigrieren oder Lager.“ Und: „Wirtschaftlich wäre kremieren“. Unter ein Foto von Bundeskanzler Friedrich Merz soll er geschrieben haben: „Eine Stirn die man nicht verfehlen kann.“
Der betreffende Mitarbeiter sei mit den Aussagen konfrontiert worden, der Verdacht habe sich bestätigt, so Stefan Menzel, Pressesprecher der UMR. „Der betreffende Mitarbeiter wurde im Anschluss unverzüglich freigestellt. Weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen werden aktuell ergriffen und es wurde Strafanzeige gestellt.“
UMR zeigt sich entsetzt
Die UMR sei am Abend des 25. August „durch eine Vielzahl von Nachrichten“ auf den Sachverhalt aufmerksam geworden. Die Vorwürfe seien „mit großem Entsetzen“ aufgenommen worden. In einer Stellungnahme heißt es: „Aussagen, die Gewalt gegen Menschen billigen, nahelegen oder androhen, sind für uns nicht akzeptabel. Sie widersprechen fundamental den Werten, für die unser Haus und unsere Mitarbeitenden stehen: Menschlichkeit, Respekt, Verantwortung und der Schutz des Lebens.“
Der betroffene Oberarzt war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar. Aus seinem kollegialen Umfeld heißt es, man sei „erschüttert“ und „fassungslos“. In der Zusammenarbeit sei er nie durch solche Äußerungen aufgefallen. Gefordert wird eine „umgehende Aufklärung“ und eine „unmissverständliche und konsequente Reaktion“ seitens der UMR.
Ärztekammer prüft den Fall
Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern will den „Vorgang mit Entschlossenheit“ prüfen und kündigt an, alle „berufsrechtlichen Möglichkeiten“ auszuschöpfen, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. Der Mediziner könnte im schlimmsten Fall seine Approbation verlieren. Die Kammer betont: „Positionen in Religion, Politik und Gesellschaft, die zur Ausgrenzung von Menschen führen, sind nicht mit der ärztlichen Ethik, dem Genfer Gelöbnis und unserem ärztlichen Selbstverständnis in Einklang zu bringen!“