77-jährige Helga arbeitet rund um die Uhr bei der Hanse Sail
77-Jährige Helga arbeitet rund um die Uhr bei der Hanse Sail

Die 77-jährige Helga Dankert aus Rostock ist seit zehn Jahren bei der Hanse Sail als Schiffsbetreuerin im Einsatz. An den vier Veranstaltungstagen ist sie rund um die Uhr beschäftigt: Schon morgens um 7 Uhr verteilt sie frische Brötchen auf den Traditionsseglern im Stadthafen. „Wenn ich mit den Brötchentüten komme, freuen sich die Besatzungen schon“, erzählt die Rostockerin. Während der gesamten Sail ist sie zudem „als Mädchen für alles“ telefonisch für die Crews erreichbar und kümmert sich um deren Anliegen.

40 freiwillige Helfer im Einsatz

Helga Dankert ist eine von 40 Helfern des Hanse Sail Vereins, die sich um das Wohl der Gäste kümmern. Insgesamt sind bis zu 120 Ehrenamtliche am zweiten Augustwochenende in Rostock im Einsatz. Neben der Schiffsbetreuung steht auch die Essensversorgung im Mittelpunkt: In einer Versorgungsstation mit Küchencontainer, Grillpavillon und Sitzbänken werden täglich mehr als 150 Mahlzeiten für alle Helfer ausgegeben.

Einzigartige Schiffsbetreuung

Der Verein organisiert außerdem Verkaufsstände mit Hanse-Sail-Artikeln und lädt Bewohner vom Michaelshof sowie Ehrenamtliche der Arbeiterwohlfahrt und der Rostocker Heimstiftung zu Ausfahrten auf zwei Segelschiffen ein. Die Aktion „Gastliche Mecklenburger“ bringt Rostocker Restaurants dazu, Schiffsbesatzungen ein Abendessen zu spendieren – dieses Mal sind 28 Restaurants dabei, so viele wie nie zuvor, freut sich Gisbert Ruhnke, Vorsitzender des Hanse Sail Vereins.

Helga Dankert betreut in diesem Jahr die drei deutschen Traditionssegler „Bertha von Lassan“, „Erna“ und „Schildkröte“. „Teilweise kenne ich die Schiffe und Besatzungen seit Jahren. Wir sind schon sehr vertraut“, sagt sie. Diese Art der Schiffsbetreuung ist einzigartig und gibt es bei keinem anderen maritimen Großereignis.

Grillmeister Jörg Herhaus

Jörg Herhaus (70) ist erst seit drei Jahren dabei und steht täglich von 10.30 bis 15 Uhr am Grill in der Versorgungsstation. „Heute gibt es Bratwürste, Hühnchen und Nackensteaks“, sagt der Rostocker. „Vier Tage hier durchzuziehen – das schlaucht schon. Aber es ist ja nur einmal im Jahr und als Rostocker fühle ich mich der maritimen Tradition verpflichtet.“

Helga Dankert freut sich unterdessen schon auf die nächste Brötchenausgabe. Tausende Brötchen, komplett von einer Bäckerei gesponsert, werden von den Schiffsbetreuern – 90 Prozent davon Frauen – auf den 120 Schiffen verteilt. „Ich mache das für Rostock und weil ich gerne mit Menschen zusammen bin“, sagt die 77-Jährige.