Hansa will hoch – diesmal ohne Fehlstart in die 3. Liga
Hansa will hoch – ohne Fehlstart in die 3. Liga

Der FC Hansa Rostock beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr bei der TSG Hoffenheim II seine dritte Drittliga-Saison in Folge. Der Kader ist deutlich jünger, doch ausgerechnet vor dem Auftakt sind wichtige Spieler angeschlagen. Die Erinnerungen an zwei misslungene Saisonstarts sind noch frisch.

Vorfreude und Erwartungen in Rostock

Beim Fan- und Familientag bildeten sich lange Schlangen vor Niklas Kölle, der auf einer Holzbank vor dem Ostseestadion Autogramme gab. Der Neuzugang zeigte sich geduldig und erinnerte sich an seine eigene Kindheit: "Wenn jemand sagt, ich bin sein Vorbild, ist das immer ein bisschen surreal." Familien und Kinder glücklich zu machen, sei "immer etwas Schönes".

Die große Vorfreude zeigt aber auch, welche Erwartungen auf der Mannschaft lasten. Das Vereinsmotto für die neue Saison lautet "angreifen" – gemeint ist nicht nur die Spielweise, sondern der klare Wille, zurück in die 2. Bundesliga zu kehren.

Lehren aus den Fehlstarts

In den vergangenen beiden Spielzeiten kam Hansa jeweils nur schleppend in die Saison. Die liegen gebliebenen Punkte fehlten später im Kampf um die Spitzenplätze. Diesmal soll das Fundament früher tragen. Trainer Daniel Brinkmann hat seine zweite vollständige Saisonvorbereitung absolviert, viele Abläufe sind nicht mehr neu.

Gleichzeitig hat der Verein den Kader gezielt verändert. In der Vorsaison fehlten der Mannschaft besonders gegen tief verteidigende Gegner Tempo, Dribblings und Lösungen auf engem Raum.

Hoffnungsträger Dajaku und Kölle

Leon Dajaku soll diese Schwächen beheben. Der 25-Jährige ist schnell mit dem Ball und sucht das direkte Duell. In den Testspielen zeigte er auch Defensivarbeit. Dajaku könnte einer der entscheidenden Transfers des Sommers werden – sofern er gesund bleibt. Beim Test gegen Borussia Mönchengladbach musste er nach rund einer halben Stunde mit Bauchmuskelproblemen ausgewechselt werden. Ob er in Hoffenheim spielen kann, ist offen.

Auf der linken Seite könnte Dajaku von der Zusammenarbeit mit Niklas Kölle profitieren. Beide spielten bereits gemeinsam beim SSV Ulm. "Das Zusammenspiel mit den Jungs klappt immer besser", sagt Kölle. Mit Dajaku habe es schon in der vergangenen Saison gut funktioniert. Kölle selbst verkörpert ebenfalls, was Hansa verändern will: Er spielt mit Tempo nach vorn und soll die linke Seite beleben. In 32 Drittliga-Partien für Ulm erzielte er in der Vorsaison drei Tore und bereitete vier weitere vor.

Holten bleibt Torgarant

Emil Holten bleibt Hansas wichtigste Torgarantie. Der Däne erzielte in der vergangenen Saison 15 Tore und blieb trotz der verpassten Rückkehr in die 2. Bundesliga in Rostock. Doch auch hinter seinem Einsatz am Sonntag steht ein Fragezeichen. Der Stürmer laboriert laut Brinkmann an kleineren Beschwerden, arbeitete zuletzt aber wieder mit dem Ball. Eine Prognose wollte der Trainer nicht abgeben.

Unbehaun wird Nummer eins

Torwart Luca Unbehaun geht als neue Nummer eins in die Saison. Er setzte sich in einem engen Duell gegen Yannic Stein durch. Nach den Abgängen von Benjamin Uphoff und Max Hagemoser musste Hansa die Position neu besetzen. "Luca hat den Vorteil, dass er schon viele Erfahrungswerte und trotz seines jungen Alters sehr viele Profispiele hat", sagte Brinkmann bei Hansa-TV. Der Trainer lobte zudem Unbehauns Ruhe am Ball, betonte aber auch, dass Stein Druck mache.

Blick nach vorn

Die Voraussetzungen wirken besser als in den vergangenen beiden Sommern. Ob Hansa seine spielerischen Fortschritte in Ergebnisse verwandeln kann, wird sich zeigen. Brinkmann richtet den Blick auf die letzten Tage vor dem Start: "Jetzt wird es einfach wichtig sein, in einen normalen Rhythmus überzugehen."

Die Partie Hansa Rostock gegen Hoffenheim II ist am Sonntag live als Audio-Vollreportage auf ndr.de/mv und in der NDR MV App zu hören.