Hanse-Sail-Fotograf Jan-Dirck Budden: Leidenschaft für Traditionssegler
Hanse-Sail-Fotograf Jan-Dirck Budden aus Schwerin

Der Schweriner Jan-Dirck Budden ist bei der Hanse Sail als sogenannter „Schiffsshooter“ unterwegs. Er fotografiert die Ein- und Ausfahrten der Traditionsschiffe von der Mittelmole aus, gelegentlich auch bei anderen maritimen Veranstaltungen – ganz ohne kommerzielle Absichten.

Fünf Jahre Leidenschaft für Schiffe

Seit fünf Jahren widmet sich Budden dieser besonderen Form der Fotografie. An der Kaikante und im Hafen ist er stets mit seiner Canon-Vollformatkamera dabei. Bei der Hanse Sail schätzt er besonders die Vielzahl der Schiffe: „Es kommen knapp 200 Einheiten zusammen“, sagt er mit Blick auf die vorbeiziehenden Traditionssegler. Kein Schiff soll ihm entgehen, daher ist er ein wenig unruhig.

„Eine so hohe Zahl von Traditionsschiffen ist sonst in Deutschland nur noch in Bremerhaven ähnlich zu erleben. Hier trifft sich die Welt“, so Budden. Fahrten auf einzelnen Schiffen hat er vor allem zur Kieler Woche unternommen, allerdings nur selten.

Weniger deutsche Traditionsschiffe

In Rostock fällt ihm auf, dass deutsche Traditionsschiffe seltener geworden sind. Als mögliche Gründe nennt er „verschärfte Sicherheitsanforderungen“ und „kostspielige Nachrüstungen“, die einige Betreiber nicht umgesetzt hätten. „Skandinavische und niederländische Anbieter füllen nun die Lücken im Programm.“

Auch große deutsche Segelschulschiffe fehlen in diesem Jahr. Die Gorch Fock nimmt laut Budden an der Five Sisters Trophy teil und war in den USA unterwegs. Eines der fünf Schwesterschiffe, früher als Towarischtsch bekannt, liegt als Museumsschiff in Stralsund. „Eigentlich sehr schade“, bedauert er.

Besondere Motive und Sonderbauten

Während die Besucher fröhlich winken, behält Budden einen kühlen Blick: „Die Schoner konnten heute mit Vollzeug bis etwa 45 Grad an den Wind segeln und mussten bei Gegenkurs kreuzen.“ Solche Szenen seien nicht immer zu sehen.

Interessant findet er auch Sonderbauten wie einen Nachbau eines America's-Cup-Schoners von 1896, der 2005 in Bulgarien gefertigt wurde. „Drei Einheiten dieses Typs wurden gefertigt, eine ist in Rostock zu sehen.“

Auf die Frage, ob er seine Fotos veröffentlicht, schüttelt Budden den Kopf: „Ich verschicke die Bilder nur an Freunde per WhatsApp.“ Eines Tages möchte er seine Schiffsfotos systematisch dokumentieren.