Vom 6. bis 9. August findet die 35. Hanse Sail in Rostock statt – eines der größten maritimen Feste Europas. Hunderttausende Besucher werden zu den Traditionsseglern erwartet. Zwei Wochen zuvor erschütterte ein islamistischer Terroranschlag in Berlin die Hauptstadt, bei dem eine Frau getötet und Dutzende verletzt wurden. Die Veranstalter der Hanse Sail reagieren mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen.
Erkenntnisse aus Berlin fließen ein
Das Hanse-Sail-Büro der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde erklärte auf Anfrage: „Aktuelle Erkenntnisse, auch aus Ereignissen wie dem in Berlin, fließen in die laufende Bewertung und Fortschreibung der Maßnahmen ein. Dies betrifft sowohl das Gelände selbst als auch dessen Umfeld“, so Pressesprecher Moritz Naumann. Weiter hieß es: „Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen des Anschlags.“
Konkrete Maßnahmen
Die L22 wird für die Hanse Sail teilweise gesperrt. An den Zugängen und Bahnhöfen ist verstärkt Polizei im Einsatz. Die Bundespolizeiinspektion Rostock ist mit einem verstärkten Aufgebot vertreten, ergänzt durch die Bundespolizeiinspektion See Warnemünde. Die Veranstalter geben sich jedoch bewusst zurückhaltend zu konkreten Sicherheitsdetails – aus nachvollziehbaren Gründen, wie Naumann betont: Details würden die Wirksamkeit gefährden.
Landesregierung bestürzt
Innenminister Christian Pegel (SPD) zeigte sich in einer Pressemitteilung bestürzt über die Berliner Ereignisse. Polizei und Sicherheitsbehörden bewerteten die Lage fortlaufend und richteten Maßnahmen an aktuellen Erkenntnissen aus. „Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf das Veranstaltungsgelände selbst, sondern auf alle Bereiche, die für Besucherinnen und Besucher relevant sind“, so Pegel. Dazu gehörten Zu- und Abwege sowie öffentlich zugängliche Bereiche im Umfeld.
Polizeipräsenz und Kontrollen
In den Vorjahren waren mehr als 200 Landespolizisten im Einsatz, unterstützt durch Bereitschaftspolizei und Wasserschutzpolizei. Auch zivile Kräfte werden unterwegs sein. Eine mobile Wache wird auf dem Parkplatz am Kabutzenhof neben dem Circus Fantasia eingerichtet. Für Besucher gilt die Veranstaltungsordnung: Taschenkontrollen sind möglich, Personen können bei Sicherheitsrisiken des Geländes verwiesen werden. Verboten sind Waffen, Glasflaschen, Feuerwerk, Pyrotechnik, Drogen und Drohnen. Die Lieferzeiten am Warnemünder Leuchtturm werden auf 6 bis 10 Uhr reduziert, die Zufahrt in die Kröpeliner Straße ist eingeschränkt, die Apostelstraße von 10 bis 19 Uhr gesperrt.