Lia Flotow vom 1. LAV Rostock ist am Montag ab 19 Uhr bei der Leichtathletik-EM in Birmingham im Vorlauf über 100 Meter Hürden gefordert. Die 21-Jährige hat sich viel vorgenommen.
Drei Einzelstarterinnen des 1. LAV Rostock
Die Europameisterschaften der Leichtathletik beginnen am Montag im englischen Birmingham. Mit Lia Flotow, Johanna Martin (400 Meter) und Julia Ulbricht (Speerwurf) sind gleich drei Einzelstarterinnen des 1. LAV Rostock am Start. Das gab es in der Vereinsgeschichte noch nie.
„Drei ist schon krass und richtig cool. Für uns persönlich ist ein Start bei der EM natürlich schon super, aber wir können gemeinsam auch unseren Verein und die Stadt präsentieren. Dass wir dabei sogar Einzelstarts absolvieren und nicht nur in einer Staffel dabei sind, macht es noch einmal cooler“, sagt Lia Flotow.
Ticket auf den letzten Drücker gelöst
Mit einer Zeit von 12,83 Sekunden und Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid löste die 21-Jährige quasi auf den letzten Drücker das Ticket. Im vergangenen Jahr hatte sie noch knapp die Teilnahme an der U23-EM verpasst.
„Dieses Mal hatte ich das Glück auf meiner Seite und habe mich im Dreiervergleich knapp gegen Marlene Meier durchgesetzt“, sagte Lia Flotow, die bei der Meisterschaft vor der Leverkusenerin landete, die schnellere Saisonbestzeit hatte und auch im direkten Vergleich vorn war.
Formaufbau stimmte
Die Saison lief von Beginn an rund. Relativ schnell fiel die 13-Sekunden-Marke, die 2025 noch wie eine Schallmauer wirkte. „Es war wichtig, dass ich im Winter gesund geblieben bin und alles mitmachen konnte. Auch die beiden Trainingslager waren gut, vor allem im April in Südafrika mit dem Nationalteam. Das war bestes Training auf Wettkampfniveau. Wir haben viele Starts gegeneinander absolviert“, so die Rostockerin.
Von 12,97 Sekunden in Dresden Ende Mai steigerte sich Lia Flotow auf 12,92 Sekunden bei den Deutschen U23-Meisterschaften Anfang Juli. Der Formaufbau passte. Die EM-Norm von 12,88 Sekunden rückte in Reichweite und wurde Ende Juli bei der DM der Erwachsenen geknackt. „Vor dem Finale war ich gar nicht nervös. Ich habe mir gesagt, dass ich nach Birmingham möchte und jetzt fahre ich auch hin. An der Startlinie darf man keine Zweifel mehr haben. Ich spürte keinen Druck, hatte nur Bock zu laufen. Zum Glück gelingt es mir ganz gut, mich in das richtige Mindset zu bringen“, so Lia Flotow.
Vorfreude steigt
Nach der offiziellen Nominierung stieg die Vorfreude täglich. Auch als das riesige Paket der Einkleidung ankam. „Das war so groß, da hätte ich sogar reingepasst. Der Paketbote tat mir schon ein bisschen leid. Aber man bekommt noch ein paar Sachen mehr als im Nachwuchs“, sagt die Rostockerin.
In England möchte die Hürdensprinterin die Stimmung aufsaugen und auch ein bisschen genießen. „Für mich ist es eine Ehre, überhaupt zu starten. Deswegen mache ich mir keinen großen Druck. Natürlich möchte ich mich bestmöglich präsentieren und vielleicht ins Halbfinale einziehen. Von meiner Zeit her kann ich es schaffen. Jeder Lauf ist wie ein Finale für mich“, so Lia Flotow, die am Montag um 19 Uhr im Vorlauf an der Reihe ist.
Olympia 2028 im Blick
Birmingham soll erst der Anfang sein. Natürlich hat auch Lia Flotow die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 im Blick. „Der Hürdensprint in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert. Oft ist nur eine oder maximal zwei zu den internationalen Meisterschaften gefahren. Jetzt muss man um das Ticket kämpfen. Wenn man auf die Meister der anderen Länder schaut, fehlt noch ein bisschen. Aber man bekommt den Anreiz, dass man sich verbessern muss. Oft sind es die Kleinigkeiten, die am Ende viel ausmachen“, sagt Lia Flotow.