Wahlplakate aus Papier und Kunststoff gehören zum Wahlkampf wie das Kreuz auf dem Stimmzettel. Doch was bleibt nach der Wahl? Vor allem jede Menge Müll. Kurz vor den Wahlen hängen die Plakate an den Laternenpfählen, und kurz danach sind sie nur noch Müll.
Der Drang zum Plakatieren
Immer wenn der Mensch die Gelegenheit bekommt, seine Meinung mit einem Kreuz zu deklarieren, bekommen die Parteien einen unstillbaren Drang zum Plakatieren. Dann wird geklebt, geheftet, gebunden und gestellt, was Pappe und Plane hergeben. Kein Pfosten ist vor dem politischen Lächeln sicher.
Plastikplakate: robust im Wahlkampf, Müll danach
Als wären Papierplakate nicht schon genug, hat seit einigen Jahren auch der Kunststoff Einzug gehalten. Wetterfest, sturmstabil und schwer kleinzukriegen. Praktisch für die Wahlwerbung, weniger für die Umwelt. Doch irgendwann ist der Wahlkampf vorbei. Und dann?
Aus alten Lkw-Planen werden Taschen und Beutel. Aber das nun auch aus Plakaten? Wer nach der Wahl noch immer nicht genug von seinem Landtags- oder Kreistagskandidaten hat, könnte dessen Konterfei weiter spazieren tragen. Wahlwerbung zum Umhängen, politisch korrekt recycelt und vermutlich der feuchte Traum jedes Parteifreundes. Der Kandidat auf der Tasche, die Partei im Herzen und die Botschaft: Einmal Wahlkampf, immer Wahlkampf.
Wahlplakate: viel Abfall, wenig Nutzen
Aber mal im Ernst: Können wir uns diesen Müll nicht sparen? Wahlplakate produzieren Abfall und verschandeln das Straßenbild. Wer Ideen hat und etwas bewegen will, benötigt keine 1,80 Meter große Version seiner selbst an jedem zweiten Laternenpfahl. Politik ist schließlich keine Schönheitswahl. Wer überzeugen will, ist präsent – live und in Farbe. Und zwar das ganze Jahr.