Petry und Kemmerich wollen Mileis Kurs – und das ist gut so
Petry und Kemmerich wollen Mileis Kurs – gut so

Die neue Partei Team Freiheit von Frauke Petry und Thomas Kemmerich will in Mecklenburg-Vorpommern den Kurs des argentinischen Präsidenten Javier Milei übernehmen. Das gab das Duo am Montag in Rostock bei der Vorstellung der MV-Wahlkampagne bekannt. Unter dem Motto „Weniger Staat, mehr Freiheit“ wollen sie antreten.

Mileis Vorbild: Radikaler Sparkurs

Milei hat in Argentinien den Schuldenstaat mit radikalen Maßnahmen abgebaut und ein kräftiges Wirtschaftswachstum eingeleitet. Sein Motto lautet „Afuera“ – hinaus. Alles, was die Gesellschaft nur Geld kostet und die Freiheit des Marktes und der Wissenschaft belastet, wirft er weg – notfalls mit der Kettensäge.

Petry und Kemmerich wollen in Deutschland auf diese Erfolgsspur wandeln. Beide haben politische Erfahrung: Petry erlebte als AfD-Vorsitzende, wie eine Partei zum rechten Monster anwachsen kann, und verabschiedete sich. Kemmerich musste als FDP-Kurzzeit-Ministerpräsident eine der dunkelsten Stunden der Demokratie durchmachen, als sich eine Kanzlerin in eine Landtagswahl einmischte.

Testlauf in Mecklenburg-Vorpommern

Bei Team Freiheit soll es anders sein: keine rechten und linken Radikalismen auf Kosten der Bürger, keine Politkarriere auf Basis von Bevormundung. Stattdessen Freiheit im Sinne des Marktes und der Zukunftsfähigkeit des Landes.

Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ist für dieses Programm ein guter Testlauf, auch wenn die Partei derzeit noch auf gefühlte 0,1 Prozentpunkte kommt. Petry und Kemmerich scheint das in ihrem Idealismus nicht zu stören. Sie berufen sich neben Milei auf Ludwig Erhard, den Erfinder der sozialen Marktwirtschaft.

Einen Versuch mit Frau und Herrn Milei alias Petry und Kemmerich ist es wert.