Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit und zahlreichen Verzögerungen steht die umfangreiche Sanierung des historischen und denkmalgeschützten Eingangsgebäudes des Rostocker Zoos an der Trotzenburg kurz vor dem Abschluss. Die Wiedereröffnung ist für Anfang September geplant, pünktlich zum Zoofest am 13. September.
Verzögerungen durch harten Winter
„Eigentlich wollten wir schon Ostern wieder eröffnen, aber der harte Winter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Zoodirektorin Antje Angeli. Umso größer sei die Freude, dass nun ein Eröffnungstermin Anfang September in Aussicht steht – so die Hoffnung der Zoo-Verantwortlichen.
Die Kernsanierung im Gebäude ist so gut wie abgeschlossen, nur Restarbeiten stehen noch aus. Aktuell konzentrieren sich die Arbeiten auf das Außengelände und das neu gestaltete Umfeld des Zoo-Eingangs.
Pergola und barrierefreier Kassentresen
„Das neue Drehtor steht bereits und die umliegenden Pflasterarbeiten sind beendet“, sagt Zoo-Sprecherin Frida Jung. Noch läuft der Aufbau einer imposanten Pergola, deren Betonstützen frisch gesetzt wurden. Diese soll künftig üppig begrünt werden, um dem historischen, von Säulen umrahmten Zugang einen lebendigen Rahmen zu geben.
Im Innenbereich wurden der neue, barrierefreie Kassentresen mit höhenverstellbaren Arbeitsplätzen, ein modulares Regalsystem sowie die Elektrik installiert. „Optisches Highlight ist eine originalgetreu nach historischem Vorbild gestaltete rote Bilderleiste“, kündigt Frida Jung an. Zudem wird es einen neuen Infobildschirm für die Besucher geben und ein Luftschleier-Gebläse für die kalte Jahreszeit montiert.
Umweltfreundliche Technik und Artenschutz
Integriert wurden im Innenbereich ebenfalls eine umweltfreundliche Wärmepumpe, eine Fußbodenheizung und Akustikputz für eine angenehme Geräuschkulisse. Neben der Erneuerung der Infrastruktur wie der neuen Mitarbeiterküche werden derzeit die Kassenarbeitsplätze eingerichtet, die dem Team einen direkten Blick auf den Pelikanteich bieten.
„Als Zoo liegt uns natürlich nicht nur das Wohl unserer Zootiere am Herzen, sondern auch der heimische Artenschutz“, ergänzt Zoodirektorin Antje Angeli. „Im Zuge der Arbeiten wurde auch an den heimischen Naturschutz gedacht und im Keller des Gebäudes spezielle Nistmöglichkeiten sowie eine Einflugluke für Fledermäuse geschaffen.“
Finanzierung und Geschichte
Die Sanierung wird über ein Sonderprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch einen Investitionszuschuss der Hansestadt finanziert. Zudem unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Instandsetzung des Daches mit 20.000 Euro. Die finalen Gesamtkosten stehen noch nicht endgültig fest, belaufen sich aber nach Informationen dieser Zeitung auf zirka 1,5 Millionen Euro.
Der Eingang an der Trotzenburg wurde 1909 nach Plänen von Stadtbaumeister Hermann Tessendorf errichtet. Ursprünglich als Wartehalle für die Straßenbahn und öffentliche Bedürfnisanstalt genutzt, wurde das Gebäude 1910 zum offiziellen Zooeingang – bis heute. Der Rostocker Zoo ist der größte Tierpark im Nordosten der Bundesrepublik.