Rostock fusioniert Tourismus und Events: Millionen-Ersparnis geplant
Rostock fusioniert Tourismus und Events: Millionen-Ersparnis

Rostock stellt sein Tourismus- und Veranstaltungsmanagement neu auf. Ab 2027 sollen Tourismus, Destinationsmarketing, Veranstaltungsorganisation, Eventmarketing und touristischer Vertrieb in einer gemeinsamen kommunalen Gesellschaft gebündelt werden, wie die Hansestadt mitteilt.

Fusion von vier Gesellschaften geplant

Verschmelzen sollen die Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing (RGT), die Großmarkt Rostock GmbH, die Museumspark Rostock GmbH und die inRostock GmbH Messen, Kongresse & Events. Die neue Struktur soll zum 1. Januar 2027 operativ starten.

Mit der Neuorganisation reagiert Rostock nach eigenen Angaben auf wachsende Herausforderungen für Kommunen und begrenzte finanzielle Spielräume. Ziel sei es, Zuständigkeiten zusammenzuführen, Entscheidungswege zu verkürzen und langfristig wirtschaftlicher zu arbeiten.

Oberbürgermeisterin: Kein Selbstzweck

Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) bezeichnet die Reform als notwendig: „Diese Entscheidung ist kein Selbstzweck, sondern eine Investition in eine leistungsfähige Stadtverwaltung und starke kommunale Unternehmen.“

Die Verwaltung rechnet durch gemeinsame Verwaltungsstrukturen, Synergien und den Abbau von Doppelstrukturen mit Einsparungen von drei bis vier Millionen Euro jährlich bis 2035. Gleichzeitig soll der Zuschussbedarf der Stadt nach den Berechnungen nicht steigen.

Finanzsenator: Wichtiger Beitrag zur Haushaltskonsolidierung

Finanzsenator Chris von Wrycz Rekowski (SPD) betont, dass es nicht um eine Reform „auf dem Papier“ gehe. „Weniger Doppelstrukturen, gemeinsame Prozesse und gebündelte Kompetenzen schaffen Freiräume für die eigentlichen Aufgaben“, so der Senator. Die erwarteten „Synergieeffekte“ würden zudem einen „wichtigen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts“ und zur Umsetzung des Haushaltssicherungskonzeptes geben.

FDP mahnt: Private Anbieter einbeziehen

Die Fraktion FDP/Unabhängige in der Rostocker Bürgerschaft begrüßt die geplante Zusammenlegung: „Es ist richtig, dass Rostock seine Beteiligungsstrukturen endlich aufräumt“, betont die Fraktionsvorsitzende Julia Kristin Pittasch. Ob die Reform erfolgreich sei, entscheide sich aber daran, ob die angekündigten Einsparungen „tatsächlich erreicht“ und die Strukturen „wirklich schlanker“ werden.

„Aus mehreren Gesellschaften darf nicht einfach eine größere Struktur mit noch mehr Aufgaben, Personal und Eigenleben werden“, warnt Pittasch. Gerade im Veranstaltungsbereich gebe es viele leistungsfähige private Unternehmen. „Die neu aufgestellte Gesellschaft sollte diese Betriebe einbeziehen und externe Aufträge vergeben, statt möglichst jede Leistung selbst anzubieten.“

Entscheidung im September

Nicht alle Aufgaben gehen in die neue Gesellschaft über: Kurabgabe und Sondernutzungen sollen künftig innerhalb der Stadtverwaltung gebündelt werden – bestehende Arbeitsverhältnisse bleiben erhalten. Die Bürgerschaft entscheidet voraussichtlich am 2. September über die Vorlage.