Polizei zieht erste Bilanz zur Wache am Marienplatz
Polizei zieht erste Bilanz zur Wache am Marienplatz

Gut zwei Monate nach der Eröffnung der Polizeiwache am Marienplatz in Schwerin hat die Polizei eine erste vorsichtige Bilanz vorgelegt. Die Zahl der registrierten Straftaten vor Ort sei leicht zurückgegangen, teilte die Polizei mit. Allerdings lasse sich daraus wegen der kurzen Beobachtungszeit noch kein nachhaltiger Trend ableiten.

Erste Zahlen aus der neuen Station

Seit Ende Mai wurden in der Polizeistation am Marienplatz 164 Strafanzeigen aufgenommen. Dabei handelte es sich vor allem um Diebstahl (32 Fälle), Betrug (23 Fälle) und Unterschlagung (15 Fälle), wie Polizeisprecherin Sophie Pawelke berichtete. Täglich kämen im Schnitt 15 bis 20 Personen mit einem direkten Anliegen in die Wache. Die meisten Bürger wollten eine Anzeige erstatten oder mit einem Beamten sprechen.

Die meisten Besucher kämen am Vormittag, so Pawelke. Auch am Nachmittag und Abend steige das Aufkommen. Für Anzeigen stehe zudem ein Anzeigenterminal in der Wache bereit, das genutzt werde.

Einschätzung der Polizei

Eine fundierte Bewertung der Kriminalitätsentwicklung werde erst nach einem längeren Zeitraum möglich sein, betonte die Sprecherin. Kurzfristige Schwankungen seien statistisch nicht aussagekräftig. Der Marienplatz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt in Schwerin und wird als einziger Ort in Mecklenburg-Vorpommern mit 24 Kameras überwacht.

Bei der Eröffnung hatte der Inspekteur der Polizei, Lutz Müller, die Station als „wichtige Investition in die Sicherheit vor Ort“ bezeichnet. Sie biete gute Bedingungen für professionelle Polizeiarbeit und verstetige die Sichtbarkeit der Polizei.

Hintergrund und Vorfälle

Forderungen nach einer festen Polizeipräsenz waren nach der tödlichen Messerattacke am Hintereingang des Schlosspark-Centers im Februar 2025 laut geworden. Die Wache befindet sich im Erdgeschoss der Marienplatz-Galerie mit direktem Zugang zur Straße und ist montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Wenige Tage nach der Eröffnung wurde die Wache mit einem Graffiti besprüht. Es handelte sich um „Symbolik der linken Szene“, hieß es. Eine 25-jährige Tatverdächtige konnte ermittelt werden, weitere Sachbeschädigungen gab es nicht.