Katzenpsychologin Susan Pioch erklärt: Was hinter Klopöbeln und Liebesblicken steckt
Katzenpsychologin aus Schwerin: So tickt Ihre Katze

Susan Pioch aus Schwerin ist Katzenpsychologin und Tierheilpraktikerin. Sie hilft, wenn Stubentiger aus der Reihe tanzen – etwa bei Rauflust, Unsauberkeit oder seltsamen Verhaltensweisen. Zum Weltkatzentag am 8. August verrät sie, was hinter typischen Katzenmanieren steckt.

Blinzeln als Zeichen der Zuneigung

Wer einer Katze langsam zublinzelt und den Kopf zur Seite dreht, signalisiert ihr: „Ich bin dir wohlgesonnen.“ Starrt eine Katze hingegen jemanden an, ist sie in „Pöbellaune“ – zum Beispiel heimlich auf der Katzentoilette, wie Pioch erklärt.

Die meisten Katzen leben harmonisch mit ihren Menschen. Doch manchmal gibt es Probleme: Katzen stürzen sich auf Füße, beißen in Arme, urinieren überallhin oder kratzen an Möbeln. Auch Demenz und Depressionen können bei Katzen auftreten.

Hausbesuche bis in die Prignitz

Pioch berät oft schon am Telefon. Mit ihrer mobilen Tierheilpraxis „City Cats Schwerin“ fährt sie zu Hausbesuchen bis nach Wismar, Rostock und in die Prignitz – dorthin reist sie besonders gern, denn sie ist in Perleberg aufgewachsen.

Den Entschluss, Katzentherapeutin zu werden, fasste sie im Zoo. Bei einer Abendsafari blinzelte sie einem nervösen Löwen zu – der legte sich daraufhin entspannt hin. „Da hab ich gedacht: Das ist ein Zeichen. Jetzt leg ich endlich los.“

Fünf Stubentiger mit besonderen Schicksalen

Zu Hause warten fünf Katzen auf Pioch, die alle keinen leichten Start hatten. Sie kamen über den Tierschutz zu ihr oder wurden einfach abgegeben. Kitti etwa wurde auf einem Flugplatz aufgegabelt und war anfangs sehr scheu. Elsa ist blind und kam schwer krank von einem Bauernhof – trotzdem hat sie einen „Röntgenblick“. Mascha ist fettleibig, Kater Freddy erholt sich von nächtlicher Mäusejagd.

Pioch war die erste zertifizierte Tierheilpraktikerin in Schwerin. Sie arbeitete zunächst in einer Tierarztpraxis, machte sich dann selbstständig und bildete sich in Katzenverhalten, Ernährung, Traumabehandlung, Bachblütentherapie und Prana-Heilung fort.

Spielen ja, aber richtig

Spielzeug ist wichtig – besonders für Wohnungskatzen, damit sie keinen „Lagerkoller“ bekommen. Doch Pioch warnt: „Bitte nicht die eigene Hand oder den Arm zum Toben anbieten, egal wie klein und niedlich das Kätzchen ist.“ Sonst lernt die Katze, den Arm als Beute zu sehen – mit möglichen Entzündungen und Krankenhausfällen als Folge.

Zieht eine neue Katze ein, empfiehlt sie ein eigenes Willkommenszimmer mit Futter und Klo. „Ressourcen am besten verdoppeln oder verdreifachen, sonst gibt’s Klopöbeln.“ Katzen, die im Bett schlafen, sind für sie kein Problem: „Es sind soziale Wesen, sie suchen unsere Nähe.“

Mäuse sind keine Geschenke

Entgegen der Annahme vieler Halter sind Mäuse keine Liebesgeschenke. „Meist hat die Katze vorher schon drei Mäuse gefressen. Die Vierte bringt sie lebend mit, weil sie ihrem Halter endlich mal beibringen will, wie man richtig jagt“, erklärt Pioch.

Für Freigängerkatzen rät sie dringend zu Wurmkur und Kastration. Streunende Katzen tun ihr leid, da sie oft nicht genug Futter finden. Katzen sollten rund um die Uhr Zugang zu Futter haben, da sie Häppchenfresser sind.

Um Schmerzen bei Katzen zu erkennen, verweist Pioch auf die Boehringer Ingelheim Schmerzskala im Internet. Dort kann man anhand von Katzengesichtern ablesen, ob das Tier Schmerzen hat.