Maxïmo Park: Jubiläumskonzert im Schweriner Schloss
Maxïmo Park: Jubiläumskonzert im Schweriner Schloss

Die britische Band Maxïmo Park kommt im Rahmen ihrer Jubiläumstour zum 20-jährigen Bestehen ihres Debütalbums „A Certain Trigger“ nach Schwerin. Am 19. August um 20 Uhr treten sie im Innenhof des Schweriner Schlosses auf. Frontmann Paul Smith sprach im Vorfeld über die Besonderheiten des Albums, die Verbindung zu Deutschland und seine Anfänge als Musiker.

Ein Album, das Menschen verbindet

Das Debütalbum „A Certain Trigger“ etablierte die Band einst in ihrer Heimat ganz oben. Paul Smith erklärt, dass nicht viele Bands es schaffen, 20 Jahre gemeinsam zu überstehen. Deshalb feiere man groß mit einer speziellen Tour zum Jubiläum. Die Songs sollen aus einer neuen Perspektive betrachtet werden, denn das erste Album bedeute vielen Menschen nach wie vor sehr viel.

Ursprünglich hatte Smith einen anderen Karriereweg eingeschlagen: Nach seinem Master-Abschluss arbeitete er zeitweise als Kunstlehrer, doch die Band brachte ihn schnell von diesem Weg ab. Seine vage Hoffnung sei gewesen, irgendwas mit Kunst zu machen.

Was einen guten Rocksong ausmacht

Für Smith gibt es kein richtig oder falsch bei der Beurteilung von Rocksongs. Hoffnung mache ihm, dass es immer wieder neue Kombinationen der Grundelemente Gesang, Gitarre, Keyboards, Bass und Schlagzeug gebe, die frisch klängen und künstlerisch überzeugen könnten. Entscheidend sei eine starke Melodie mit mehreren eingängigen Passagen und einem Thema aus dem Alltag. Ein Grundsatz laute: Klischees vermeiden, es sei denn, man setze sie auf raffinierte, subversive Weise ein.

Die Heimatstadt Newcastle blickt auf eine lange Rock-‚n‘-Roll-Tradition zurück – von Hank Marvin und Bruce Welch über Eric Burdon & The Animals, Lindisfarne und Venom bis zu Sting und Mark Knopfler. Smith fühlt sich in gewisser Weise als Teil dieser Ahnenreihe. An der Newcastle University studierte er und betrat dabei dasselbe Gebäude wie einst Bryan Ferry von Roxy Music. Das sei inspirierend gewesen. Mit zunehmendem Alter höre er gerne lokale Bezüge in Songs von Dire Straits oder Lindisfarne heraus und hoffe, selbst ein paar Songs zum lokalen Kanon beigetragen zu haben.

Deutschland als wichtiger Teil der Bandgeschichte

Maxïmo Park spielten bereits in Deutschland, bevor ihr erstes Album erschien. Das Land spiele daher eine wichtige Rolle in der Bandgeschichte. Dass sie außerhalb ihrer Heimat so gut aufgenommen wurden, habe viel bedeutet. Die Presse habe die Inhalte und die Substanz der Songs ernsthaft behandelt, was half, die künstlerische Haltung dem Publikum zu vermitteln. Zu Hause konzentrierte sich die Presse eher auf den „Rock-‚n‘-Roll-Lifestyle“ und steckte die Band in eine Schublade mit vielen anderen Bands. Die Treue der deutschen Fans und der Zulauf neuer, jüngerer Fans bereiteten große Freude. Smith hat Freunde in Berlin und besucht die Stadt gerne, hegt aber für alle deutschen Städte eine große Vorliebe. Er versucht immer, eine Kunstgalerie oder einen Plattenladen zu besuchen.

Über seine Anfänge sagt Smith: Anfangs träumte er nicht davon, ein Rockstar zu werden. Aus dem Kunstbereich kommend, spielte er damals in einer instrumentalen Post-Rock-Band. Seine Ziele waren rein künstlerischer und kreativer Natur. Er war und ist der Meinung: Wenn die Songs stark genug sind, können sie voll und ganz dahinterstehen, ganz gleich, wie viele Leute sie hören – ob ein kleines Art-Rock-Publikum oder die breite Masse der Pop-Hörer. Für ihn ist Pop gleichbedeutend mit Kunst. Die Songs sollten sowohl den Geist als auch den Körper anregen.

Vorbilder und Lieblingsalbum

In seiner Jugend verliebte sich Smith früh in Musik. Er hörte Lieder immer wieder an, nahm sie von Fernsehsendungen wie „Top of the Pops“ auf Video auf und lieh Alben in der örtlichen Bibliothek aus. Er las Musikzeitschriften und hörte die Musik in nächtlichen BBC-Radiosendungen. Sein Taschengeld gab er für CDs aus. Sein Vater hatte eine alte Konzertgitarre auf dem Dachboden, die gelegentlich in seinem Zimmer landete. Als er Mitte seiner Teenagerjahre Folk-Gitarristen wie Nick Drake und Bert Jansch entdeckte, versuchte er sich an einfachen Fingerpicking-Techniken und fand Gefallen an dem Klang.

Auf die Frage nach einem weiteren Lieblingsalbum neben dem Debüt sagt Smith, er möge alle Alben auf ihre eigene Art. Da er die meisten Texte geschrieben habe, verbinde ihn eine tiefe emotionale Bindung mit den Geschichten hinter den Songs. Meistens liege einem Songwriter das aktuellste Werk am nächsten. Auf „Stream Of Life“ fänden sie besonders souverän und selbstsicher komponiert; die Texte böten eine gelungene Balance zwischen Komplexität und Direktheit, Emotionalität und Politik, Humor und Verzweiflung.