Ein europäisches Forschungskonsortium mit Beteiligung der Universität Rostock hat beim ITEA Award of Excellence in Istanbul die Auszeichnung in der Kategorie Zusammenarbeit erhalten. Geehrt wurde das Projekt GenerIoT, das Methoden zur schnelleren und zuverlässigeren Entwicklung vernetzter Geräte erarbeitet hat.
19 Partner aus vier Ländern
ITEA ist ein europäisches, industriegetriebenes Forschungsprogramm, das Software- und digitale Innovationen fördert. Hinter GenerIoT stehen 19 Partner aus Wissenschaft, Industrie und Mittelstand aus Deutschland, Finnland, Österreich und Portugal. Die Universität Rostock war mit dem Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik (IMD) beteiligt. Die Auszeichnung würdigte die internationale Kooperation.
Modellbasierter Ansatz als Herzstück
Im Projekt wurden Software-Engineering-Verfahren für vernetzte Systeme erarbeitet. „Solche Systeme verbinden Geräte, Sensoren und Software und müssen zuverlässig kommunizieren“, informieren Benjamin Beichler und Frank Golatowski vom IMD. „Bislang werden Hardware, Software und Kommunikation häufig getrennt entwickelt, was Anpassungen aufwendig macht.“
Das Team setzte auf automatisierte Prozesse über den gesamten Entwicklungs- und Wartungszyklus. Herzstück war ein modellbasierter Systems-Engineering-Ansatz (MBSE): „Ein gemeinsames, modular aufgebautes Modell bildet die Grundlage für Entwicklung, Test und Wartung.“ Daraus könne ein Programmcode automatisiert erzeugt werden. „Das reduziert den manuellen Aufwand und hält Systementwurf und Software konsistent.“
Virtueller Prototyp aus Rostock
Der Rostocker Beitrag war die Entwicklung des virtuellen Prototyps, auf dem die Software schon vor dem Einsatz in der realen Umgebung getestet werden kann. So lassen sich etwa Störungen in stark genutzten Funkbändern früh erkennen. Die Ergebnisse flossen automatisch in den Entwicklungsprozess zurück und erlaubten weiterführende Architekturentscheidungen bereits in der Testphase.
Erste Produkte und Open Source
Mehrere Industriepartner haben Ergebnisse aus dem Projekt bereits in marktreife Produkte übernommen. „Zentrale Technologien wurden zudem als Open Source veröffentlicht und fließen in die weitere Etablierung von SysML 2.0 ein“, so die Forscher.
Die Partner wollen weiter zusammenarbeiten: „Aufbauend auf den entwickelten Methoden und Plattformen wollen sie die automatisierte Entwicklung vernetzter Systeme weiter vorantreiben – künftig unter anderem im Zusammenspiel mit Methoden der generativen Künstlichen Intelligenz.“
Gefördert wurde GenerIoT im Rahmen von ITEA. Geld kam von der FFG, von Business Finland, vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie von der portugiesischen ANI – Agência Nacional de Inovação.