Landtagswahl MV: Die Spitzenkandidaten im Überblick
Landtagswahl MV: Spitzenkandidaten im Überblick (18.09.2026)

Am 20. September wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Kurz vor der Wahl liegt die AfD in den Umfragen vor der SPD. Fachleuten zufolge dürfte die Regierungsbildung in diesem Jahr deutlich schwieriger werden als in der Vergangenheit. Entscheidend wird auch sein, welche und wie viele Parteien in den Schweriner Landtag einziehen. Die wichtigsten Spitzenkandidatinnen und -kandidaten im Überblick.

Manuela Schwesig (SPD)

Die amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig tritt als Spitzenkandidatin der SPD an. Die 52-Jährige gibt sich im Wahlkampf bürgernah, etwa bei Gesprächen bei herzförmigen Waffeln oder Streuselkuchen. Ihr Wahlkreis liegt in der Schweriner Innenstadt, wo sie auch wohnt. Geboren wurde die Finanzwirtin im brandenburgischen Frankfurt (Oder).

Schwesigs politische Laufbahn führte von der Kommunalpolitik über das Amt der Sozialministerin in MV und der Bundesfamilienministerin zurück ins Bundesland an die Spitze der Landesregierung. Seit 2017 führt die zweifache Mutter die Regierung – erst mit der CDU, aktuell mit den Linken. Ihr Fokus liegt auf Familien- und Sozialpolitik, der Stärkung der Wirtschaft und der Vertretung ostdeutscher Interessen. Eines ihrer wichtigsten Projekte ist die beitragsfreie Kita.

Leif-Erik Holm und Enrico Schult (AfD)

Leif-Erik Holm will der nächste Ministerpräsident werden und eine Alleinregierung der AfD anführen. Der gebürtige Schweriner und Landeschef gibt auf Wahlkampfveranstaltungen gerne Autogramme. Im Schweriner Wahlkreis fordert er Schwesig direkt heraus. Der studierte Volkswirt und vierfache Vater ist nicht über die Landesliste abgesichert. Holm ist gelernter Elektromonteur und war jahrelang Radiomoderator, unter anderem beim NDR. Den Rundfunkstaatsvertrag will der 56-Jährige im Falle einer Regierungsverantwortung der Partei sofort kündigen. Er ist wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion.

Spitzenkandidat der AfD auf der Landesliste ist Enrico Schult, der sich auch die Posten des Co-Landes- und des Fraktionsvorsitzes im Landtag erkämpft hat. Der 47-jährige Vermessungstechniker und zweifache Vater wurde in Demmin geboren und sitzt seit 2021 im Landtag, wo er sich als Bildungs- und Finanzpolitiker profilierte. Die „Migrationskrise“ ist für ihn „die Mutter aller Krisen“.

Simone Oldenburg (Linke)

Bildungsministerin und Linken-Spitzenkandidatin Simone Oldenburg ist vom Fach: Sie war Lehrerin und Schulleiterin in Wismar. Die 57-Jährige war zunächst kommunalpolitisch aktiv, wechselte 2011 in den Landtag und profilierte sich dort als Bildungspolitikerin. In der rot-roten Koalition ist sie auch stellvertretende Ministerpräsidentin. Sie steht für linke und antifaschistische Positionen und tritt mit ihrer Partei unter dem Slogan „Wir treten nach oben“ an. 2021 war sie ebenfalls Spitzenkandidatin.

Daniel Peters (CDU)

Daniel Peters wirbt als CDU-Spitzenkandidat mit Fischbrötchen für „die Mitte“ im Land. Der Rostocker ist Politikwissenschaftler und arbeitete einst für den früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden Eckhardt Rehberg. Heute sitzt er in der ersten Reihe seiner Fraktion im Schweriner Landtag. Falls es nach der Wahl nicht für eine Mehrheitsregierung reicht, kann sich der 45-Jährige auch eine Minderheitsregierung vorstellen. Mit der AfD oder den Linken würde der CDU-Landeschef nicht koalieren.

Claudia Müller (Grüne)

Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller sitzt im Bundestag, ist aber im Nordosten zu Hause. Die gebürtige Rostockerin studierte Baltic Management in Stralsund und war beruflich im Tourismus tätig. In der Berliner Ampel-Koalition war die 45-jährige Betriebswirtin und frühere Grünen-Landeschefin Koordinatorin der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus. Anfang des Jahres wurde sie bei der Neuwahl einer Landesliste nach innerparteilichen Zerwürfnissen auf den Spitzenplatz gewählt. In Umfragen liegen die Grünen bei um die fünf Prozent, ihr Einzug in den Landtag gilt als unsicher. Falls es klappt, könnte die Partei für eine Regierungsbildung maßgeblich werden.

Jessica Mendle und Jakob Schirmer (FDP)

Jessica Mendle steht auf Platz zwei der FDP-Landesliste hinter Jakob Schirmer, beide sind 44 Jahre alt. Das Spitzenduo wird mit der Kampagne „Du willst was reißen? Wir auch.“ präsentiert. Dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde schafft, gilt als unwahrscheinlich. 2021 zogen die Liberalen zu fünft in den Landtag ein, verloren wegen eines Über- und eines Austritts aber ihren Fraktionsstatus und bilden seither eine Gruppe. Mendle ist Krankenschwester und selbstständige Unternehmerin. Schirmer wohnt im Ostseebad Heringsdorf und will einen schlanken Staat. Der Jurist und Hochschullehrer wirbt für eine starke Wirtschaft und einen modernen Rechtsstaat.

Peter Schabbel und Sabine Firnhaber (BSW)

Das BSW tritt mit einer Doppelspitze an: Peter Schabbel und Sabine Firnhaber sollen die erst 2024 gegründete Partei in den Landtag bringen. Landeschef Schabbel ist gebürtiger Berliner, selbstständiger Heilpraktiker und Osteopath sowie ausgebildeter Fachkrankenpfleger und Rettungsassistent. Gesundheitspolitik zählt zu den Schwerpunkten des 59-Jährigen. Die Landwirtin und Unternehmerin Firnhaber ist auf Listenplatz zwei gewählt. Ihre politische Laufbahn begann als Mitorganisatorin von Bauernprotesten, 2020 wurde die 49-Jährige zur Vizepräsidentin des Bauernverbandes MV gewählt. Im Zuge des Wahlkampfs ruht ihr Amt aber gerade.