Bauernverband MV: Sorgen um Biogasanlagen durch auslaufende Förderung
Biogasanlagen: Förderung läuft aus – Bauernverband besorgt

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat angesichts auslaufender Förderfristen verlässliche Rahmenbedingungen für die Betreiber von Biogasanlagen gefordert. Die meisten der 546 Anlagen im Land seien zwischen 2006 und 2012 entstanden. Bei mehr als der Hälfte der Anlagen laufe damit in den kommenden fünf Jahren die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. Die ersten Entscheidungen über den Weiterbetrieb einiger Anlagen würden bereits ab Ende 2026 anstehen, so der Verband.

Hintergrund: Viele Anlagen laufen aus

Die Biogasanlagen in Mecklenburg-Vorpommern wurden zum großen Teil vor 20 Jahren errichtet. Mit dem Auslaufen der Förderfristen könnten viele Anlagen möglicherweise nicht weiterbetrieben werden. Der Bauernverband fordert deshalb von der Politik klare Rahmenbedingungen, um die Zukunft der Anlagen zu sichern.

Bauernverband: Biogas als wichtiges Standbein

Biogas sei mehr als nur ein Stromlieferant, so Bauernpräsident Karsten Trunk. „Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist die Anlage ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Sie verwertet Energiepflanzen, Gülle und andere Reststoffe, liefert verlässlich Strom und Wärme und springt genau dann ein, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend Energie liefern“, so Trunk. Die Betriebe bräuchten endlich verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Kritik an neuen Regelungen

Besonders kritisch bewertet der Bauernverband die vorgesehenen Regelungen für die Anschlussvergütung nach Auslaufen der EEG-Förderung. Künftig solle nur noch die Einspeisung von Biogasstrom für maximal 3.000 Stunden im Jahr vergütet werden – überwiegend in Zeiten, in denen Wind- und Solarenergie nur begrenzt zur Verfügung stünden. Damit würden viele Betreiber nur noch einen Bruchteil ihrer bisherigen Erlöse erzielen.

Umweltschützer: Förderung war Fehler

Umweltschützer bewerten die Biogasanlagen anders, vor allem wenn Mais zur Energiegewinnung genutzt wird. Der Nabu Schleswig-Holstein etwa forderte, die Vergütung von Biogasanlagen auslaufen zu lassen, die mit Mais und anderen Energiepflanzen gespeist werden. Biogas aus „Energie-Mais“ sei energetisch wenig effizient und trage kaum zum Klimaschutz bei. Die Förderung über das EEG mit zwanzigjähriger Garantie auf hohe Einspeisevergütungen habe sich als energie- und umweltpolitischer Fehler erwiesen.