In der Sommerpause des Parlaments treibt Kanzler Friedrich Merz (CDU) seine Personalplanung voran. Nach einem Sommerinterview, in dem er Veränderungen andeutete, hat er nun das Personalkarussell in Gang gesetzt. Torsten Frei (CDU) wechselt vom Kanzleramtsminister zum Fraktionschef der Union und tritt damit die Nachfolge von Jens Spahn an. Überraschend kommt die Berufung von Nina Warken (CDU) zur neuen Kanzleramtsministerin. Die bisherige Gesundheitsministerin soll das Kanzleramt, das als politische Schlangengrube gilt, besser kontrollieren als ihr Vorgänger.
Loyale CDU-Parteisoldaten rücken vor
Warken fiel in ihrer 14-monatigen Amtszeit als Gesundheitsministerin nicht als herausragende Leistungsträgerin auf. In der schwarz-roten Koalition könnte dies jedoch als Qualitätsmerkmal gelten, da sie das Gesundheitsministerium geräuschloser führte als ihr sendungsbewusster Vorgänger Karl Lauterbach (SPD). Das Ressort gilt als schwierig: viele Fallstricke, mächtige Lobbyverbände und undurchsichtige Milliardenströme. Nun soll Carsten Linnemann neuer Gesundheitsminister werden. Der CDU-Generalsekretär hatte vor gut einem Jahr noch abgelehnt, Wirtschaftsminister zu werden. Seine Motive für den Regierungseintritt bleiben erklärungsbedürftig.
Junger Politiker aus MV steigt auf
Im Schatten der großen Personalien arbeitet sich Philipp Amthor (CDU) näher an Friedrich Merz heran. Der 34-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern soll laut Medienberichten vom Staatssekretärsposten im Digitalisierungsministerium als Bund-Länder-Beauftragter ins Kanzleramt wechseln. Damit setzt er seinen Aufstieg fort. Friedrich Merz holt sich mit Warken, Linnemann und Amthor loyale Mitstreiter an seine Seite – eine Wagenburg-Mentalität in der Krise.