Iran-Krieg: Akteure, Fronten und Interessen im Überblick
Iran-Krieg: Akteure und Fronten im Überblick

Die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran hat die gesamte Region rund um die arabische Halbinsel in einen Krieg mit immer neuen Fronten verwandelt. Die Kämpfe reichen vom Irak über die strategisch wichtige Straße von Hormus bis ins Rote Meer. Es überlagern sich direkte Angriffe, Stellvertreterkriege und regionale Machtinteressen.

Die USA

Im Zentrum des Konflikts steht die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran. Washington greift Ziele der iranischen Streitkräfte und der Revolutionsgarden an. Offiziell begründeten die USA die Angriffe zu Kriegsbeginn mit der Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm. US-Präsident Donald Trump hatte zudem betont, einen Machtwechsel in Teheran herbeiführen zu wollen. Dies gelang trotz der Tötung einflussreicher iranischer Politiker und Generäle nicht. Im weiteren Verlauf zielen die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben auf Irans Fähigkeit, Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen.

Der Iran und die Straße von Hormus

Irans Streitkräfte greifen mit Vergeltungsangriffen US-Stützpunkte in arabischen Ländern und Ziele in Israel an. Die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt: Der Iran nutzt seine geografische Lage, um den Handel durch die Meerenge einzuschränken und die Weltwirtschaft unter Druck zu setzen. Als die USA eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängten, reagierte Teheran mit härteren Maßnahmen, um die globalen Energiepreise steigen zu lassen und den Druck auf Trump zu erhöhen.

Die Golfstaaten

Die arabischen Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte und geraten dadurch ins Visier iranischer Vergeltungsschläge. Sie versuchen, eine direkte Kriegsbeteiligung zu vermeiden. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen griffen Saudi-Arabien und die Emirate den Iran vereinzelt direkt an, offiziell wurde dies nie bestätigt.

Die Huthi im Jemen

Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen bildet eine Front auf einem Nebenschauplatz. Sie kontrolliert den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer und kann von dort aus Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen. Die Miliz hatte den Welthandel bereits ab 2023 massiv beeinträchtigt. Im Zuge des Iran-Kriegs ist der Krieg zwischen der Miliz und Saudi-Arabien neu entfacht worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition griff zuletzt erneut Stellungen der Huthi an, nachdem diese eine Blockade der Schifffahrt verkündet und einen saudischen Öltanker attackiert hatten.

Proiranische Milizen im Irak

Im Irak agieren zahlreiche vom Iran unterstützte Milizen, die teilweise zum staatlichen Sicherheitsapparat gehören und erheblichen Einfluss haben. Sie haben im Zuge des Kriegs US-Einrichtungen und Stellungen des US-Militärs angegriffen. Die USA und Saudi-Arabien reagierten mit Luftangriffen auf Stellungen proiranischer Gruppen im Irak. Die irakische Regierung gerät zwischen die Fronten, da viele Milizen offiziell Teil der staatlichen Sicherheitsstrukturen sind, aber operativ nach Befehlen aus Teheran handeln.

Israel und die Hisbollah im Libanon

Israel beteiligte sich zu Kriegsbeginn an Angriffen im Iran und wurde daraufhin von mehreren Fronten angegriffen. Während Trump auf eine diplomatische Lösung drängt, soll Ministerpräsident Benjamin Netanjahu laut Medienberichten auf eine Fortsetzung der Angriffe gepocht haben. Israels Armee steht weiter im Konflikt mit der Hisbollah im Libanon. Israel will eine Entwaffnung der Miliz durchsetzen und greift daher weiter an, während die Hisbollah eine Entwaffnung ablehnt. Die Hisbollah gilt als wichtiges Abschreckungswerkzeug der iranischen Regierung gegenüber Israel.