Der neue Landtag in Mecklenburg-Vorpommern wird voraussichtlich weniger Abgeordnete haben als bisher. Aktuelle Umfragen, Prognosen und Rechenmodelle deuten darauf hin, dass die Zahl der Sitze nach der Wahl am 20. September wieder auf die Normalgröße von 71 sinkt. Derzeit sitzen 79 Frauen und Männer für sechs Parteien und Fraktionslose im Parlament.
Überhang- und Ausgleichsmandate entscheidend
Entscheidend sind der Stimmenanteil jeder Partei landesweit und die Verteilung der Direktmandate. Landeswahlleiter Christian Boden erklärt: „Wenn auf eine Partei mehr Direktmandate entfallen, als ihr aufgrund des Zweitstimmenanteils zustehen – Überhangmandate –, erhalten die anderen Parteien ihrem Zweitstimmenanteil entsprechend Ausgleichsmandate.“ Grundlage ist das proportionale Rechenverfahren nach Hare/Niemeyer.
Bei der Landtagswahl 2021 gewann die SPD in 34 der 36 Wahlkreise die Direktmandate. Nach dem Zweitstimmenanteil hätte die Partei jedoch weniger Sitze erhalten. Zum Ausgleich bekamen andere Parteien Ausgleichsmandate, wodurch der Landtag auf 79 Mandate anwuchs.
Aktuelle Umfrage zeigt fünf Parteien im Landtag
Eine neue Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen sieht die SPD bei 37 Prozent, die AfD bei 36, die Linke bei 9, die CDU bei 7 und die Grünen bei 5 Prozent. Andere Parteien lägen klar unter 5 Prozent und wären nicht im neuen Landtag vertreten.
Das Portal wahlkreisprognose-mv.de, auf das sich viele Parteien beziehen, berechnet daraus eine Sitzverteilung von etwa 28 Sitzen für die SPD, 27 für die AfD, 7 für die Linke, 5 für die CDU und 4 für die Grünen – insgesamt 71 Sitze. Das Portal geht außerdem davon aus, dass die AfD etwa 22 der 36 Direktmandate gewinnt, die SPD 14. In die Berechnungen fließen regionale Effekte und die Wahlhistorie ein.
Regionale Faktoren können die Rechnung beeinflussen
Diese Vorberechnungen sind Simulationen, der entscheidende Faktor bleibt der Wähler. So könnte der parteilose Direktkandidat auf Rügen, Thomas Gens, den Ausgang der Direktwahl im Wahlkreis beeinflussen – je nachdem, wem er Stimmen abnimmt. Direkt in den Landtag zieht ein, wer die meisten Stimmen erhält.
Für die finale Sitzverteilung können letztlich auch die genauen Stellen nach dem Komma im Wahlergebnis maßgeblich sein. Es kommt auf jede Stimme an.