Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Laut erster Prognosen der ARD erreicht die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm 37 Prozent und liegt damit vor der SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, die auf 35,5 Prozent kommt. Die seit fünf Jahren mitregierende Linke erreicht 7,5 Prozent. Die CDU stürzt auf 5,5 Prozent ab und wird damit zur Kleinstpartei. Die Grünen liegen ebenfalls bei 5,5 Prozent, das Bündnis Sahra Wagenknecht bei 5 Prozent.
Aufholjagd der SPD im Wahlkampf
Schwesig hatte in den vergangenen Wochen eine enorme Aufholjagd absolviert. Während die AfD in den Umfragen mit rund 35 Prozent relativ stabil lag, stand die SPD zu Jahresbeginn noch bei 23 Prozent. Je näher der Wahltermin rückte, desto geringer wurde der Abstand. Drei Tage vor der Wahl hatte die SPD in einer ZDF-Umfrage mit 36 zu 35 Prozent erstmals in Führung gelegen.
Schwesigs polarisierender Kurs
Der von Schwesig polarisiert geführte Wahlkampf unter dem Motto „Die Frau gegen Blau“ hatte andere Parteien in Mecklenburg-Vorpommern – wie die CDU – geradezu pulverisiert. Die Christdemokraten hatten bereits vor fünf Jahren ihr historisch schlechtestes Wahlergebnis eingefahren. In den vergangenen Wochen rutschten sie zunächst unter die 10-Prozent-Marke und im Wahlkampffinale auf sechs Prozent ab.
Grabenkämpfe in der AfD
Während sich Schwesig komplett auf ihr Wahlkampfteam verlassen konnte und der gesamte Wahlkampf auf die amtierende Ministerpräsidentin ausgerichtet war, gärte es in der AfD die gesamten vergangenen Monate. Leif-Erik Holm erfuhr als Spitzenkandidat in keiner Phase des Wahlkampfs die hundertprozentige Unterstützung durch seine Partei. Tiefe innerparteiliche Grabenkämpfe prägen den AfD-Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem Landtagsabgeordneten Thore Stein und dem Bundestagsabgeordneten Dario Seifert hat Holm im innersten Zirkel der AfD mächtige Widersacher.