Linke will 8. Mai als Feiertag in MV – Wirtschaft warnt vor Verlusten
Linke will 8. Mai als Feiertag in MV – Wirtschaft warnt

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern will den 8. Mai als gesetzlichen Feiertag einführen. Das sieht das Programm zur Landtagswahl vor. Der Tag soll an die Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 erinnern und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus sein. Die Wirtschaft lehnt den Vorschlag ab und warnt vor erheblichen Schäden.

Ein weiterer freier Tag nach dem 8. März

Nach dem 8. März, dem Frauentag, soll der 8. Mai als zweiter neuer Feiertag in MV hinzukommen. Aktuell hat das Land elf Feiertage, während es bundesweit neun sind. Hamburg und Niedersachsen kommen auf zehn, Bayern auf 13.

Die Linke begründet den Vorstoß mit der historischen Bedeutung des Tages. Zudem solle er ein Zeichen gegen den „zunehmenden Rechtsruck“ sein. Simone Oldenburg, Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, erklärt: „Der zunehmende Rechtsruck, aber auch die immer wiederkehrende Leugnung der faschistischen Gräueltaten und das offensichtliche Auftreten der Rechtsextremen zeigen, dass die Errungenschaften einer Demokratie wieder mehr ins Bewusstsein gerückt werden müssen.“

Wirtschaft befürchtet Wertschöpfungsverlust

Lars Schwarz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände MV, warnt vor „bis zu 120 Millionen Euro Wertschöpfungsverlust“. Ein zusätzlicher Feiertag unterbreche Produktions- und Lieferketten und habe weitreichende Folgen. Schwarz nennt die Forderung „unseriös“: „Etwas, wovon die Linke genau weiß, dass es nicht bezahlbar ist.“

In der wirtschaftlich schweren Zeit gehe es um die Erhaltung des Status quo, auch beim Sozialstaat, so Schwarz.

Linke verweist auf Wirtschaftswachstum

Die Linke hält dagegen: Bremen und MV hätten trotz Einführung des Frauentages ein leichtes Wirtschaftswachstum erreicht. Oldenburg betont: „Jede Maßnahme zur Stärkung der Demokratie ist notwendig – auch, um gerade für Investoren und den Tourismus attraktiv zu bleiben.“ MV dürfe „kein Land werden, in dem Wirtschaft, Politik, Bildung, Tourismus von rechten Kräften dominiert werden“.

Berlin hatte den 8. Mai 2020 und 2025 zum gesetzlichen Feiertag erklärt, auch andere europäische Staaten begehen den Tag offiziell.